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1030 Tonnen schwer: Gigantischer Mibrag-Bagger walzt über die B176

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Er ist so hoch wie ein siebenstöckiges Haus und länger als ein halbes Fußballfeld: Der Eimerkettenbagger 353 der MIBRAG hat am Mittwochmorgen die Bundesstraße 176 zwischen Groitzsch und Neukieritzsch überquert. Gegen 8 Uhr setzte sich der 1030 Tonnen schwere Koloss auf die andere Straßenseite in Bewegung. Die B176 war dafür vollständig gesperrt. Trotz der frühen Stunde kamen zahlreiche Schaulustige, um den ungewöhnlichen Umzug aus nächster Nähe zu verfolgen.

Mit gerade einmal sechs Metern pro Minute bewegte sich das Großgerät im Zeitlupentempo über die Fahrbahn. Der Bagger ist 83 Meter lang, 19 Meter breit und 21 Meter hoch. Seine Überfahrt war Teil einer rund zehn Kilometer langen Reise vom Abbaufeld Schleenhain in das nördliche Abbaufeld Peres.

Wie eine riesige Kettensäge

Doch wie funktioniert ein solcher Koloss eigentlich? Das Prinzip lässt sich laut dem Sprecher der Mibrag, Sebastian Exner, vereinfacht mit einer Kettensäge vergleichen: Statt einer Sägekette bewegt sich beim Eimerkettenbagger eine umlaufende Kette mit zahlreichen Schaufeln. Diese nehmen das Erdreich auf und transportieren es weiter. So kann sich der Bagger Stück für Stück durch den Boden arbeiten.

Die Technik ist für gewaltige Mengen ausgelegt. Der 1984 gebaute Bagger kann nach Angaben der MIBRAG bis zu 2500 Kubikmeter Material pro Stunde fördern. Seine Eimerkette erreicht eine Abtragshöhe von maximal 17,5 Metern und eine Abtragstiefe von bis zu 16 Metern.

27 Jahre im Einsatz

Der Bagger mit der Gerätenummer 353 ist seit dem 6. März 1999 im Abbaufeld Schleenhain im Einsatz. In rund 27 Jahren hat er nach Angaben der MIBRAG insgesamt 62 Millionen Tonnen Kohle und zwölf Millionen Kubikmeter Abraum bewegt. Nun verlässt das letzte Großgerät zur Kohleproduktion das südliche Abbaufeld Schleenhain. Gemeinsam mit ihm werden ein Bandwagen und vier Antriebsstationen nach Peres verlegt. Dort wird die Großtechnik künftig weiterarbeiten.

B176 für den Transport vorbereitet

Damit das tonnenschwere Gerät die Bundesstraße passieren konnte, waren umfangreiche Vorbereitungen nötig. Bereits seit Jahresbeginn wurde der Transport geplant. Die Fahrbahn wurde mit Vlies, Gummimatten und einer dicken Kiesschicht geschützt. Außerdem mussten mehrere Gurtbandförderer entlang der Route vorübergehend außer Betrieb genommen werden. Auch der Windpark Breunsdorf lag auf dem Weg des Baggergespanns. Nach Angaben der MIBRAG waren dabei keine Abschaltungen der zehn bereits in Betrieb genommenen Windenergieanlagen erforderlich.

Restabbau in Schleenhain geht weiter

Mit dem Abzug der Großtechnik beginnt in Schleenhain die Restkohlegewinnung mit mobiler Technik. Diese Phase soll bis Ende 2026 abgeschlossen sein. Parallel dazu wird die Sanierung im Abbaufeld weiter vorangetrieben.

Für den Bagger 353 ist die Reise dagegen noch nicht das Ende seiner Arbeit: Im Abbaufeld Peres soll der Koloss künftig weiter Material bewegen. Damit ist der Kohlebagger im Abbaufeld Schleenhain heute auf seine letzte Reise gegangen, nach seinem Einsatz bis 2035 wird er durch den Kohleausstege verschrottet - so Exner.  Die Aufräumarbeiten auf der B176 haben im Anschluss unverzüglich begonnen.

Spektakel für Jung und Alt

Zahlreiche Schaulustige verfolgten das Technik-Spektakel. Die jüngste Zuschauerin war gerade einmal 7,5 Monate alt und ganz begeistert von dem „Metall Dino“. Auch ehemalige Mitarbeiter der Mibrag, nun Rentner, haben das frühe aufstehen in Kauf genommen, um das Spektakel zu verfolgen!

Die Kameraspeicher dürften voll sein, die Erinnerungen bleiben – und der tonnenschwere Koloss hat es auf die andere Straßenseite geschafft!