7 Millionen Euro für Planung verschwendet? Erweiterungsbau für Nationalbibo plötzlich abgeblasen
Sieben Millionen Euro für die Planung einfach futsch: Bundeskulturminister Wolfram Weimer will den geplanten Erweiterungsbau der Deutschen Nationalbibliothek in Leipzig nicht realisieren. Das hat ein Sprecher der Bibliothek am Donnerstagnachmittag mitgeteilt. Der geplante Magazinbau sollte die langfristige Archivierung der rund über Millionen Medienwerke für etwa 30 Jahre sichern. Zur Begründung erklärte Weimer, dass die Sammlung physischer Werke nicht mehr zeitgemäß sei und sich die Bibliothek stärker auf digitale Bestände konzentrieren solle.
In der Nationalbibliothek ist man geschockt. Weimers Entscheidung greife zu kurz, heißt es. Man sei gesetzlich verpflichtet, zwei Exemplar physischer Medienwerke sowie digitale Publikationen zu sammeln. „Eine Reduzierung auf ein Exemplar würde eine Änderung des Gesetzes über die Deutsche Nationalbibliothek erfordern“, so der Sprecher. Man stehe dazu im Austausch mit dem Fachreferat des Bundeskulturministers. „Gesetzesänderungen sind jedoch erfahrungsgemäß ein längerer parlamentarischer Prozess.“
Derweil würden die Bestände kontinulierlich wachsen - weshalb ja auch der Erweiterungsbau geplant gewesen sei. „Täglich gehen rund 13100 neue Medienwerke in der Deutschen Nationatbibliothek ein, darunter etwa 3300 analoge und 9800 digitale Publuikationen. Die Magazinflächen seien “ausgeschöpft„. Man prüfe nun, wie man mit dem begrenzten Platz umgehen könne. “Fest steht jedoch, dass auch alternative Lösungen zusätzliche Kosten verusachen werden - zusätzlich zu den rund sieben Millionen Euro, die bereits in die Planung des Bauprojekts investiert wurden.„
