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81 Flüchtlinge auf LKW gepfercht - Prozess gestartet

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Das Dresdner Landge­richt verhan­delt seit Diens­tag­mittag gegen einen 34 Jahre alten Mann aus Bulga­rien wegen einer drama­ti­schen Schleu­sung von Flücht­lingen. Die Tat hatte im August 2015 für Fassungs­lo­sig­keit gesorgt: Als Fahrer eines Lastwa­gens soll der Angeklagte 81 Menschen eng zusam­men­ge­pfercht nach Sachsen gebracht haben, darunter Frauen mit Babys. Die Betrof­fenen stammten aus Afgha­nistan, dem Irak, Iran und Pakistan. Der LKW wurde zwischen Geising und Lauen­stein gestoppt, die Bundes­po­lizei befreite die Flücht­linge.Zum Prozess­auf­takt kündigte der Angeklagte an, dass der die Vorwürfe einräumt. Auch bei der Polizei hatte er die Schleu­sung zugegeben. Er hätte 3.000 Euro für die Schleu­sung erhalten, das Geld habe er dringend zur Beglei­chung von Schulden benötigt, so die Behaup­tung des 34-Jährigen. Die Rufe und das Klopfen der Flücht­linge im LKW habe er gehört. Sie bekamen zu wenig Luft in dem viel zu engen Container.Bereits einige Tage zuvor soll der Mann zehn Flücht­linge nach Deutsch­land einge­schleust haben. Für beide Fälle droht eine Haftstrafe zwischen einem Jahr und zehn Jahren, maximal sind 15 Jahre Haft möglich, sagte Oberstaats­an­walt Lorenz Haase. Bis zum 21. März sind vier Verhand­lungs­tage angesetzt.