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Neiße in Görlitz führt weiter viel Wasser

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Die Neiße führt weiter viel Wasser.  Heute Vormittag lag der Pegel in Görlitz bei 3,85 Meter und damit in der niedrigsten Alarmstufe 1 (gelb), wenige Zentimeter unter der Warnstufe 2 (orange).  Am Sonntagmorgen hatte der Fluss 4,60 Meter Hochwasser geführt. In Hagenwerder liefen Keller und Garagen voll. Durch heftige Regenfälle im Isergebirge waren große Wassermassen in die Witka-Talsperre südöstlich von Görlitz geströmt. Um ein Überlaufen zu verhindern, wurde kontrolliert mehr Wasser in die Neiße abgegeben.

Heftige Regenfälle im Isergebirge hatten zu einem Anstieg der Neiße geführt. Am Morgen galt Alarmstufe 2 Der Pegel war auf fast 4,60 Meter gestiegen. Aus der Witka-Talsperre in Polen wurde kontrolliert mehr Wasser in die Neiße abgegeben.   Die in den Stausee mündende Witka (Wittig) ist zu einem reißenden Strom geworden. Der im Isergebirge entspringende Fluss führt durch Tschechien.

 In Frydlant  - rund 20 Kilometer von Zittau entfernt -  trat ein Krisenstab zusammen. Die Feuerwehr versuchte dort, das Flussufer mit Sandsäcken zu befestigen.  Böhmisch Weigsdorf an der polnisch-tschechischen Grenze  war von der Außenwelt abgeschnitten. Alle Zufahrtsstraßen wurden überflutet.

Der nur wenige Kilometer südöstlich von Görlitz gelegene Witka-Stausee wurde als Speicher für den Braunkohletagebau Turow angelegt.  Die Staumauer war nach dem Dammbruch  im Sommer 2010 und der sich ergießenden Flutwelle in die Neiße  erneuert worden.  Errichtet wurde ein massives Bauwerk aus Beton.

Nach einer Prognose des Landeshochwasserzentrums Sachsen soll der Pegel der Neiße in Görlitz im Tagesverlauf wieder sinken und auf die niedrigste Alarmstufe 1 (Gelb) fallen.

Link zur Hochwasserkarte des Landeshochwasserzentrums Görlitz:

https://www.umwelt.sachsen.de/umwelt/infosysteme/hwims/portal/web/wasserstand-uebersicht

Presseinformation der Stadtverwaltung Görlitz von 13.55 Uhr:

Am Samstag, gegen 18:00 Uhr, begann die Ortsfeuerwehr Hagenwerder mit dem Aufbau eines Kontrolldienstes an neuralgischen Flussstellen im Bereich Hagenwerder. Im Rahmen von Kontrollfahrten wurden im Bereich der Kieswerke teilweise Überschwemmungen an der „alten F 99“ festgestellt. Dieser Bereich wurde mit Sperrschildern gesichert und der Betreiber des Kieswerkes informiert.

In den Abendstunden mussten Berufsfeuerwehr und die Ortsfeuerwehr Hagenwerder zum Einsatz in das Wohngebiet von Hagenwerder ausrücken, weil Wasser in Kellern und Garagen stand.

Seit 21:30 Uhr sind die Pegelstände Witka, Pließnitz und Hagenwerder fortlaufend sinkend. Gegen 00:45 Uhr erreichte der Pegelstand Görlitz /Hirschwinkel die Alarmstufe 1. Der Hochwassermeldedienst wurde planmäßig eröffnet.

Um 04:33 Uhr wurde die Alarmstufe 2 ausgerufen und daraufhin der Meldedienst erweitert. Um 06:30 wurde ein Kontrolldienst an Schwerpunktbereichen der Neiße eingerichtet. Seit 8:00 Uhr ist der Pegel stabil. Oberbürgermeister Octavian Ursu ist mit den Einsatzkräften in Kontakt. Alle eingeleiteten Maßnahmen werden weitergeführt. 

Am Pegel Görlitz ist mittags der Pegel der Neiße um 18 cm von der Spitze zurückgegangen. Am Pegel Zittau ist zu sehen, dass der Zufluss in Richtung Görlitz abnimmt (von 51 qm/s in der Spitze zu aktuell 28 qm/s ). Daher ist eine Entspannung der Lage zu erwarten. Eine wichtige Komponente ist allerdings aber immer der Abfluss aus dem Witka-Stausee in die Neiße. Der Kreisbrandmeister ist mit den polnischen Behörden in Verbindung, um von dort ausgehende Gefährdungen schnell zu kommunizieren.