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Analyse für Südwestsachsen zeigt Stärken und Schwächen auf

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Wie kann die wirtschaftliche Transformation in Südwestsachsen gelingen? Antworten liefert erstmals eine fundierte Datenbasis: das sogenannte „Chartbook“ zum Masterplan, wie die Akteure mitteilten. Das Chartbook bündelt Analysen und zeigt auf, wo die Region steht – insbesondere mit Blick auf den Strukturwandel in der Auto- und Zulieferindustrie. 

Hervorgehoben werden die industriellen Stärken und wissenschaftlichen Potenziale ebenso wie die Herausforderungen – etwa im Bereich der Innovationsdynamik, bei der Fachkräftesicherung sowie beim Ausbau der digitalen Infrastruktur.

Der Masterplan für Südwestsachsen wird entwickelt von den Landkreisen Zwickau, Mittelsachsen, vom Erzgebirgs- und Vogtlandkreis sowie von der Stadt Chemnitz.

Arbeitskräfteschwund massives Problem

Südwestsachsen droht in den kommenden Jahren ein massiver Arbeitskräfteschwund. Wie aus dem „Chartbook“ hervorgeht, könnte die Zahl der Menschen im erwerbsfähigen Alter bis 2040 um gut 22 Prozent sinken. 

Regional aufgeschlüsselt ergibt sich folgendes Bild: Im Erzgebirgskreis wird ein Rückgang um 28 Prozent erwartet. Im Landkreis Zwickau sind es 22,5 und in Chemnitz knapp 15 Prozent. In der Referenzregion Heilbronn fällt das Minus mit 1,6 Prozent deutlich geringer aus. Die Studie warnt vor Problemen bei Stellenbesetzung, Ausbildung, Unternehmensnachfolge und kommunalen Einnahmen.

Zu geringe Produktivität

Die Industrie ist stark, die wirtschaftliche Leistung pro Arbeitsplatz aber vergleichsweise niedrig. Im Landkreis Zwickau lag die Wertschöpfung 2023 bei rund 70.000 Euro pro Erwerbstätigem. In Chemnitz waren es 67.000 Euro und im Erzgebirgskreis etwa 59.000 Euro. Die Referenzregion Heilbronn kam dagegen auf mehr als 113.000 Euro. 

Als Gründe nennt die Analyse kleine Firmenstrukturen, geringe Wertschöpfungstiefe und schwache Innovationstätigkeit. Um die Produktivität zu erhöhen, seien mehr Technik, Wissen und Investitionen nötig.

Vier Zukunftstechnologien

Kreislaufwirtschaft, Halbleiter, Batterietechnik und Wasserstoff bieten Südwestsachsen besonders gute Zukunftschancen. Allerdings müssen viele Firmen bei der Digitalisierung aufholen, geht ebenfalls aus der Analyse hervor. Der Anteil digital aktiver Unternehmen liegt in Chemnitz bei 3,6 Prozent. Im Landkreis Zwickau sind es zwei Prozent und im Erzgebirgskreis 1,6 Prozent. Die Referenzregion Heilbronn erreicht 4,4 Prozent. 

Die Autoren empfehlen deshalb mehr Künstliche Intelligenz, Automatisierung und Wissenstransfer. Besonders kleine und mittlere Unternehmen sollen neue Technologien schneller einsetzen und daraus eigene Produkte entwickeln.

Infrastruktur bremst Wachstum

Mängel bei Bahn, Straßen und digitalen Netzen bremsen die Entwicklung. Ein Beispiel ist die Entfernung zum nächsten Autobahnanschluss. In Chemnitz dauert die Fahrt durchschnittlich siebeneinhalb Minuten, im Landkreis Zwickau achteinhalb und im Erzgebirgskreis mehr als 23 Minuten. Hinzu kommen der fehlende ICE-Halt in Chemnitz und Zwickau sowie der schlechte Ausbau der Bahnstrecke Chemnitz–Leipzig. Gefordert werden bessere Verbindungen, schnellere Netze und erschlossene Gewerbeflächen.

Region hat ein Imageproblem

Südwestsachsen wird außerhalb der Region stärker mit Problemen als mit Zukunftschancen verbunden. Empfohlen wird ein gemeinsames Zukunftsbild aus Industrie, Forschung, Kultur und Lebensqualität. Konkrete Unternehmen, Projekte und Menschen sollen zeigen, wo der Wandel bereits gelingt.

Forschung kommt zu selten an

Die Region hat starke Hochschulen und Forschungseinrichtungen. In den Unternehmen kommt davon aber zu wenig an, weil das Personal fehlt. In Chemnitz gibt es knapp zwölf Vollzeitstellen in Forschung und Entwicklung je 1.000 Erwerbstätige. Im Erzgebirgskreis sind es rund zehn und im Landkreis Zwickau sieben. Die Referenzregion Heilbronn erreicht dagegen 35 Vollzeitstellen. Die Analyse fordert für die Region einen besseren Wissenstransfer zwischen Forschung und Mittelstand. Neue Ideen sollen schneller zu Produkten, Firmengründungen und Arbeitsplätzen werden. Technologiezentren sollen dabei eine größere Rolle übernehmen. 

Günstige Wohnungen und gute Kinderbetreuung sind Standortvorteile

Günstige Wohnungen gehören zu den größten Standortvorteilen. Die durchschnittliche Miete liegt in Chemnitz bei 5,80 Euro je Quadratmeter. Im Landkreis Zwickau sind es sechs Euro und im Erzgebirgskreis 5,60 Euro. In der Referenzregion Heilbronn werden dagegen 12,10 Euro fällig.

Auch die gute Kinderbetreuung kann sich sehen lassen. Die Betreuungsquote bei unter Dreijährigen beträgt in Chemnitz 52 Prozent, in Zwickau knapp 59 Prozent und im Erzgebirge knapp 56 Prozent. Heilbronn als Referenzregion erreicht nur 28 Prozent. Das macht die Region besonders für junge Familien attraktiv. (sg/gti)