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Annaberg-Buchholzer ist bester Heimatforscher Sachsens

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Der sächsische Preis für Heimatforschung geht in diesem Jahr ins Erzgebirge. Helmut Brückner aus Annaberg-Buchholz landete auf dem ersten Platz und kann sich über 3.000 Euro freuen.

Er hatte sich mit seinen Ausführungen zur Heimatgeschichte von Geyersdorf beworben. Das Projekt „Dorfgemeinschaft“ geht noch weit darüber hinaus und dringt tief in die Historie des Ortes ein. In akribischer Kleinarbeit recherchierte Brückner dabei die gesamte Bevölkerung Geyersdorfs von der Mitte des 16. Jahrhunderts bis zum Beginn der Industrialisierung in der Mitte des 19. Jahrhunderts.

Sein vorrangiges Ziel war es, eine sichere Arbeitsgrundlage für weitergehende Forschungen und Auswertungen zu schaffen. In den Jahren 2012 bis 2014 wertete er dabei zahlreiche Geyersdorfer Kirchenbücher aus, die zwischen 1613 bis 1800 verfasst wurden. Danach folgte die Selektierung der Daten nach inhaltlichen Komplexen wie z. B. Herkunft, Beruf, Stand oder Immobilienbesitz der Bürger. Auf dieser Basis entstanden zwischen 2014 und 2019 chronologische Datenreihen sowie Kurzbiografien zu den jeweiligen Personen und Familien.

Als fünften und vorerst letzten Schritt erstellte Helmut Brückner Übersichten zu bestimmten Berufsgruppen wie z. B. Ortsrichtern, Schöppen und Geistlichen, Hebammen, Totengräbern und Musikanten. Ihm ging es dabei auch darum, eine neue, exemplarische Art des Umgangs mit Kirchenbüchern zu entwickeln und sie besser für die Forschung nutzbar zu machen. Niedergeschrieben ist die gesamte Dokumentation in sechs Bänden mit jeweils ca. 320 Seiten. Sie sind eine echte Fundgrube für Heimatforscher, Genealogen und interessierte Bürger. Weltweit ist eine solch akribisches Kompendium dörflicher Geschichte fast einzigartig.

Oberbürgermeister Rolf Schmidt gratulierte dem Preisträger persönlich und würdigte seine fundierte wissenschaftliche Arbeit. Die Dokumentation sei ein echter Schatz für die Stadt Annaberg-Buchholz. Herzliche Worte fand auch Thomas Siegel, Ortsvorsteher von Geyersdorf. Helmut Brückner sei eine Koryphäe. In hervorragender Weise engagiere er sich seit Jahren für die Ortsgeschichte. Aktuell arbeitet er an einem Sachbuch zur KÄT, das im kommenden Jahr erscheinen soll. 

Insgesamt waren mehr als 100 Projekte eingereicht worden, von Heimatforschern unterschiedlichsten Alters. Etwa jede vierte Bewerbung kam auch von Schülern. Beworben hatten sich die Teilnehmer mit Bücher und Broschüren, aber auch mit DVDs, Filmen und Internet-Präsentationen.

Die Themen waren breit gefächert: Neben geschichtlichen Abhandlungen ging es oft auch um Volkskunst, um Feste und Bräuche und um Natur- und Umweltschutz.