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Aue-Bad Schlema bekommt 21 Defibrillatoren

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Der plötzliche Herztod gehört zu den häufigsten Todesursachen in Deutschland: Über 70.000 Menschen sterben jedes Jahr daran. Viele überleben nicht, weil ihnen gar nicht oder zu spät geholfen wird. Betroffene haben nur eine Überlebenschance, wenn sofort mit einer Herzdruckmassage begonnen wird und im besten Fall ein Defibrillator zum Einsatz kommt.

Solche Geräte hat Aue-Bad Schlema jetzt angeschafft - sie werden an 21 öffentlich zugänglichen Standorten angebracht. Bürgermeister Heinrich Kohl nahm jetzt die ersten beiden Geräte symbolisch auf dem Auer Postplatz und am Kulturhaus entgegen. Die anderen folgen in den kommenden Wochen.

Projektpartner sind die Große Kreisstadt Aue-Bad Schlema, das Helios Klinikum Aue und der Kreisverband Erzgebirge der Johanniter-Unfall-Hilfe e.V.
Mit einem Automatisierten Externen Defibrillator (kurz AED) können Ersthelfer nichts falsch machen: Die Geräte sind speziell für nicht ausgebildete Laien konzipiert.

Auch ohne medizinische Vorkenntnisse kann damit jeder Leben retten, bis Notarzt und Rettungsdienst eintreffen. Das Gerät sagt dem Anwender per Sprachfunktion, was zu tun ist, und prüft zugleich automatisch, ob und in welcher Intensivtät ein Stromstoß erforderlich ist, um das Herz wieder in Takt zu bringen. Bereits Schüler ab zwölf Jahren können das Gerät gefahrlos bedienen.

„Mir sind persönlich zwei Fälle bekannt, in denen Schüler ihre eigenen Väter nach einem Herzinfarkt erfolgreich wiederbelebt haben“, sagt Dr. Thomas Ketteler, Chefarzt am Helios Klinikum in Aue, das die medizinische Expertise für das Projekt beisteuert.

„Solche Geschichten zu hören ist die schönste Bestätigung für das jahrelange Engament im Bereich Laienreanimation, die man sich wünschen kann. Wenn vor Ort im Notfall ein Defibrillator vorhanden ist und es Menschen gibt, die ihn auch anwenden, dann erhöhen sich die Überlebenschancen beim Betroffenen in jedem Fall enorm.“

Dr. Ketteler gehört zu den Hauptiniatoren des „Herzsicher“-Projektes in Aue-Bad Schlema. Das Helios Klinikum Aue engagiert sich seit vielen Jahren für das Thema Laienreanimation. 

Oberbürgermeister Heinrich Kohl: „Auch wenn wir es nicht geschafft haben, einen herzsicheren Landkreis zu etablieren, so freue ich mich doch sehr, dass uns das für Aue-Bad Schlema gelungen ist.“

Nachdem die Stadtverwaltung eine Reihe von Standorten auf städtischen Grundstücken und Einrichtungen zur Verfügung gestellt hatte, gab es geradezu einen Ansturm auf die mobilen kleinen Lebensretter. Innerhalb von kurzer Zeit Zeit lagen Zusagen von Spendern vor, die die Finanzierung von bisher 21 Standorten ermöglichen. Und damit ist das Projekt noch nicht abgeschlossen, es liegen bereits weitere Finanzierungszusagen vor.

Mit über 20 Geräten auf rund 20.000 Einwohner hat die Stadt die übliche Zielmarke der „Herzsicher“-Projekte bereits jetzt erfüllt: Die Björn-Steiger-Stiftung möchte auf je 1.000 Einwohner mindestens ein AED-Gerät öffentlich verfügbar machen. Nun hoffen die Projektpartner, dass sich andere Städten und Gemeinden im Erzgebirgskreis von der Begeisterung anstecken lassen.

Bis dahin ist Aue-Bad Schlema der „herzsichere Leuchtturm“ im Landkreis. Projektmanager Thomas Pflanz von der Björn Steiger Stiftung betont, dass die Stiftung für die Umsetzung ihrer „Herzsicher“-Projekte weiterhin auf private und gewerbliche Sponsoren sowie auf engagierte Helfer angewiesen sei. 

Mit Hilfe der Spender können nun folgende voraussichtliche Standorte im Stadtgebiet realisiert werden:

  1. Feuerwehrgerätehaus Bad Schlema
  2. Wildbacher Hauptstraße, Kindertagestätte Wildbach
  3. Auer Talstraße, Netto Einkaufsmarkt (OT Bad Schlema)
  4. Kulturhaus Aktivist Bad Schlema
  5. Marktpassage Bad Schlema
  6. Parkhaus Bad Schlema
  7. Besucherbergwerk Bad Schlema
  8. Ärztehaus Bad Schlema
  9. Kaufland Brünlasberg
  10. Grundschule Auerhammer
  11. Bäckerei Schellenberger, Standort Eichert
  12. Altersgerechter Wohnblock Eichert
  13. Zoo der Minis Aue
  14. Simmel Center Aue
  15. Erzgebirgssparkassen Aue
  16. Rathaus / Kulturhaus Aue
  17. Postplatz Aue
  18. Kino Aue
  19. Zeller Schule Aue
  20. Volksbank Aue
  21. Firma MBR, Edelhofweg, OT Bad Schlema
Die Finanzierung der AED-Geräte konnte mit der Unterstützung der folgenden Sponsoren realisiert werden:

  • Helios Klinikum Aue GmbH
  • Stadtwerke Aue – Bad Schlema GmbH
  • Nickelhütte Aue GmbH
  • Stadtwerke Schneeberg GmbH
  • Erzgebirgssparkasse
  • Volksbank Chemnitz eG
  • Auer Wohnungsbaugesellschaft mbH
  • Simmel AG
  • MBR Medical Beauty Research GmbH
  • Weitblick Wohnbau GmbH
  • Azurit GmbH
  • Zahnarztpraxis Dipl.-Stom. Petra Schröder

Aktuell werden mit weiteren Sponsoren Gespräche geführt, so dass diese Liste nur den aktuellen Stand widerspiegelt.