Aue Bad Schlema verleiht Ehrennadel
Aue-Bad Schlema verleiht am Freitagabend im Herrenhaus Auerhammer im festlichen Rahmen die Ehrennadeln für 2023. Diesmal bekommen sie der Schwimmtrainer Philipp Epperlein, der Modellbauer und Maler Axel Dietz und die Unternehmerin Christine Rößler. Die Stadt vergibt die Auszeichnung seit 2010 jedes Jahr an Menschen für ihr ehrenamtliches Engagement oder ihre besonderen Verdienste um das Gemeinwohl der Stadt.
Dipl.-Wirt.-Ing. Christine Rößler
Am 01.April 2023 jährte sich die Gründung der bedeutenden Kosmetikfirma im Ortsteil Bad Schlema zum 25. Mal. Beautyspa zählt nun zu einem der führenden Kosmetik Full-Service Lohnherstellern in Deutschland. Es hat sich am quirligen, vielfach auch hart umkämpften Kosmetikmarkt behauptet. Inzwischen hat sich Beatyspa in Branchenkreisen weit über die Grenzen der Bundesrepublik Deutschland hinaus eine große Wertschätzung erarbeitet. Namhafte, firmentreue Kunden schätzen die langjährige, einschlägige Branchenerfahrung, die Flexibilität und die höchst professionelle Beratung und Betreuung in dem anheimelnden, Atmosphäre ausstrahlenden Produktions- und Geschäftshaus im wiedererstandenen Kurort Bad Schlema. Christine Rößler begann mit fast 60 Jahren dieses Unternehmen aufzubauen, sie entwickelte dafür ein ehemaliges Wismut-Verwaltungsgebäude zu neuer Blüte, nachdem es nach der Wende leer stand. Sie gründete 1998 die Firma und ihr Mann erwarb das Gebäude. Der Kauf kam aber erst 1999 wegen erhöhter Preisforderungen der Treuhandgesellschaft zustande.Gleichwohl begann Christine Rößler bereits vor Kaufvertragsabschluss schon darin ihren Betrieb aufzubauen. Von 1960 – 1995 war Christine Rößler bei der SDAG Wismut angestellt. Dort war sie in der Buchhaltung tätig. Praktisch von der Pike auf lernte sie dort mit Geld umzugehen, es zu verwalten, einzusetzen, sparsam zu wirtschaften. Sie setzte sich in dem von Männern beherrschten Bereich energisch und selbstbewusst durch. Dort eignete sie sich praxisorientiert für ihr späteres Unternehmen enorme betriebswirtschaftliche Erfahrung an. Das war eine wichtige Voraussetzung zur Gründung des eigenen Unternehmens. Mehrfache Auszeichnungen in der Wirtschaft wären unterblieben, wenn die Firma nicht ständig erfolgreich an der Weiterentwicklung ihrer Produktpalette gearbeitet und sie kontinuierlich gesteigert hätte. In seiner nun 25jährigen Geschichte wurde für die Kunden eine große Bandbreite individueller Lösungen kreiert. Dabei vermarktete sie in ihrer Firmenphilosophie neben innovativer Wirtschaftlichkeit und hohen Qualitätsstandards den Kurort Bad Schlema konsequent. Diese Erfolgsgeschichte unterstützte die Entwicklung des Kurortes maßgeblich mit.
Axel Dietz
Der heute 81-jährige Axel Dietz lebt seit 1960 in Aue. Betrachtet man sein Wirken und seinen Lebenslauf, kann man ihn als „Weltenbummler“, „begnadeten Maler“ und „Modellbauer mit fotografischem Gedächtnis“ bezeichnen, der sich seiner erzgebirgischen Wahlheimat in besonderer Weise verbunden fühlt. Es ist von allem ein bisschen und macht doch in der Gesamtheit den Künstler Axel Dietz aus. Schließlich hat er es mit der Bemalung von Bussen sogar ins Guinness-Buch der Rekorde geschafft. Von Aue aus zog es ihn immer wieder in die Ferne, außerdem in die Luft und aufs Meer. Er hat eine Fliegerausbildung absolviert und flog sogar eine Cessna. Diese praktischen Erfahrungen brachte er mit seinen handwerklichen Begabungen in Verbindung und stellte Modelle für Flieger her. Bis zur Wende schuf er naturgetreue Flugzeug- Modellbausätze für die Zschopauer Fabrik „VEB Plasticart“ und bis 2012 für verschiedene weitere Firmen. Sie wurden auch beim Spielwarenhändler Süß und bei C.A. Schieck in Aue verkauft. Zu DDR-Zeiten war es nicht möglich, sich selbstständig zu machen. Sein Hobby, der Modellbau brachte ihm große Anerkennung ein. In den Jahren 1976 /1977 errang er DDR- Meistertitel im Modellbau. Schließlich zog es ihn auch aufs Wasser. Bei einer Hafenrundfahrt 1985 in Rostock sah er das Motorschiff „MS AUE“. Axel Dietz nahm Kontakt mit dem Kapitän auf und schaffte es schließlich, dass ihn das Schiff mit auf die Reise nahm. Von da an war er ein gefragter Mann. Die Route Rostock-Murmansk hat er etliche Male mit begleitet und dabei Küstenlandschaften und Schiffe für das Schifffahrtsmuseum Rostock gemalt. Ab 1986 fuhr er auf der „Zwickau“ und „Eisenhüttenstadt“. In diese Zeit fällt seine Tätigkeit für den Seehydrographischen Dienst, für den er Seehandbücher zeichnete. Nach der Wende fuhr er auf der „Polarstar“, einem Eisbrecher unter panamaischer Flagge und malte auch dieses Schiff. Es war Zeit, sich wieder auf das Festland zu begeben. Hier entdeckte Axel Dietz seine Liebe zur Eisenbahn, er zeichnete und malte Dampf- und Dieselloks. Damit sind wir bei einem weiteren wichtigen Betätigungsfeld, der Malerei. Zu DDR- Zeiten hat er nebenberuflich Zeichnungen von Gebäuden der Region angefertigt und die Rote Kirche insgesamt 240 Mal gezeichnet. Die Zeichnungen wurden in den Kunstgewerbeläden in Aue, Schneeberg und Eibenstock verkauft. Er weiß, dass man sie auch in den anderen Teil Deutschlands schickte. Damit ist ein Stück von Aue und den Schönheiten der Stadt über die Grenze gewandert. In den neunziger Jahren bemalte Axel Dietz 13 Busse mit Motiven aus der Erzgebirgsregion, die über viele Jahre im Einsatz waren. In seiner Heimatstadt Aue ist aktuell das von ihm geschaffene Modell des Motorschiffs AUE in den Stadtwerken Aue-Bad Schlema ausgestellt. Wandbilder im öffentlichen Raum sind zum Beispiel gegenüber der Bäckerei Schellenberger auf dem Eichert und im „Hotel Ross“ in Zwönitz zu sehen. Auf seiner Homepage kann man sein bewegtes Leben nachvollziehen, auch die vielen Auszeichnungen, Preise und Fernsehauftritte. Axel Dietz ist Multitalent und Weltbürger, aber im Herzen Auer. www.axeldietz-aue.homepage.eu
Philipp Epperlein
In Aue wird nicht nur erfolgreich Fußball gespielt, sondern auch ganz erfolgreich geschwommen. Der FC Erzgebirge Aue, Abteilung Schwimmen, blickt auf eine über 50-jährige Geschichte zurück. Im Mittelpunkt stehen Angebote für die ganze Familie: Von Anfängerkurs, wo das Schwimmen gelernt wird, über Aquafitness, bis zum Training für regionale und überregional ausgetragenen Wettkämpfen. Die Abteilung ist vielseitig aufgestellt, sie zählt weit über 100 Mitglieder und hat ihre Heimstadt in der Schwimmhalle auf dem Zeller Berg in Aue-Bad Schlema. Ein besonderes jährliches Highlight ist der Auer „Wismutpokal“. Der Wettstreit, welcher über 2 Tage ausgetragen wird und an dem jährlich rund 350 Aktive aus dem gesamten Bundesgebiet an den Start gehen, zählt zu einem der größten sächsischen Kurzbahnwettkampfe. Seit einigen Jahren wohnen diesem Event auch die Schwimmerinnen und Schwimmer aus der Partnerstadt Solingen bei. Dabei gilt es für die Auer, den Schwimmfreunden aus Solingen auch Ihre Heimatstadt nahezubringen und so wird neben dem Wettkampf auch ein Rahmenprogramm organisiert. Umgekehrt fahren auch die Auer nach Solingen. Sie fahren außerdem zu internationalen Wettbewerben, wie nach Kenia, Finnland, Schweden, Dänemark, Polen, Niederlande und die Schweiz und machen auch das Erzgebirge weltweit bekannt. Die absolute Besonderheit besteht darin, dass alles ausschließlich im Ehrenamt geleistet wird. Die Trainer opfern nicht nur einem Großteil ihre Freizeit für die wöchentlichen Trainingsstunden, Vor- und Nachbereitung, Elternarbeit und Vorbereitung dieser Vereinsevents, sie nehmen oftmals auch die Hälfte ihres Erholungsurlaubes für diese Aktivitäten des Vereins. Neben körperlicher Ausdauer leistet der Verein einen unschätzbaren Beitrag für die Fähigkeiten der jungen Menschen (Durchschnittsalter 5-18 Jahre) auf den Gebieten Teamgeist, Freundschaft, Zusammengehörigkeit und Lebensfreude. Durch die internationalen Wettbewerbe erweitert sich der Horizont der Schwimmer und stärkt ihre Achtung vor Menschen anderer Nationen. Vor allem Philipp Epperlein (Fachbereichsleiter Sport, Presse, Sponsoring Marketing), lebt für sein Ehrenamt und verbringt wöchentlich etwa 30 Stunden am Beckenrand, zusätzlich zu seinem Job in der Kita Löwenzahn in Aue – Alberoda. Er betreut seit 2014 den Schwimmernachwuchs und trägt ganz wesentlich dazu bei, dass die Stadt Aue-Bad Schlema national und international mit guten Ergebnissen vertreten ist.