Aue feiert Heimsieg im Geisterspiel

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In gespenstischer Atmosphäre und ohne die Unterstützung seiner Fans hat der FC Erzgebirge Aue zum Neustart der 2. Fußball-Bundesliga seine Heimstärke untermauert. Gegen den SV Sandhausen gewann die Mannschaft von Trainer Dirk Schuster am Samstag mit 3:1 (1:0). Dimitrij Nazarov (5. Minute/Foulelfmeter), Florian Krüger (64.) und Malcolm Cacutalua (69.) erzielten die Tore für die «Veilchen». Die Gäste mussten nach der frühen Rote Karte für ihren Kapitän Dennis Diekmeier (4.) wegen einer Notbremse fast die komplette Partie in Unterzahl bestreiten und kamen durch Julius Biada (80.) nur zum späten Anschlusstreffer.

Beide Teams reisten gemäß des DFL-Hygienekonzepts jeweils in ihren Mannschaftsbussen und mehreren Kleinbussen an und betraten durch räumlich getrennte Eingänge das Erzgebirgsstadion. Die Anhänger der Sachsen kamen der Aufforderung des Vereins und der aktiven Fanszene nach, der Arena fern zu bleiben. Die Polizei zeigte im Umfeld des Stadions Präsenz, um mögliche Ansammlungen von Fans zu verhindern. An den Zäunen zum Innenraum hatten mehrere FCE-Fanclubs im Vorfeld des Spiels Banner aufhängen lassen. Im Familienblock waren außerdem selbst gestaltete Plakate der jüngsten Fans zu sehen, um die Auer Profis zumindest optisch ein wenig zu unterstützen.

Das Schuster-Team kam mit der ungewohnten Atmosphäre zunächst besser zurecht. Krüger nahm in der vierten Minute Tempo auf und konnte im Strafraum durch Diekmeier nur durch ein Foul gestoppt werden. Schiedsrichter Florian Badstübner entschied auf Elfmeter und zeigte Sandhausens Kapitän die Rote Karte. Eine harte Entscheidung, denn Aleksandr Zhirov hätte durchaus noch eingreifen können. Nazarov ließ sich die Chance nicht entgehen und verwandelte den Strafstoß zum frühen 1:0.

Die Gäste zeigten sich davon aber nicht beeindruckt und fanden anschließend besser ins Spiel. Vor allem Biada agierte auffällig, der Stürmer konnte seine Chancen (17., 25.) vor der Pause aber nicht nutzen. Nach dem Seitenwechsel stellten Krüger und Cacutalua mit zwei Kopfball-Toren innerhalb von fünf Minuten die Weichen auf Sieg.