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Berggeschrey: Es wird wieder laut im Erzgebirge

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Es ist wieder Zeit für  Berggeschrey. Am Donnerstagabend soll es auf dem Marktplatz in Annaberg-Buchholz laut werden – nicht mit Maschinenlärm aus dem Berg, sondern mit Stimmen, die auf Missstände aufmerksam machen wollen. Ab 18 Uhr versammeln sich Bürger und Unternehmer zu einer weiteren Kundgebung unter dem Titel: „Bist du der, der du vorgibst zu sein?“ Organisiert wird das Treffen unter anderem von Udo Burkert aus Sehma, der als Busunternehmer schon bei den ersten Demonstrationen mitwirkte. „Die Reaktionen aus Berlin waren ernüchternd“, sagt er. „Deshalb kämpfen wir weiter – für den Mittelstand und für unsere Heimat.“

Fragen statt Parolen

Die Initiatoren setzen bewusst auf offene Fragen: Wer sind unsere Politiker wirklich? Sind Medien noch unabhängig? Und warum lassen wir aktuelle Zustände einfach zu? Dabei betonen sie, dass Radikalität – ob rechts oder links – nicht das Ziel sei. Es gehe um konstruktive Kritik, nicht um Parteibindung. Deshalb sind Parteifahnen bei der Kundgebung ausdrücklich verboten. Man wolle parteiunabhängig über die aktuelle Lage diskutieren.

Kritik an Haushalt und Energiepolitik

Die Themenliste ist lang. Genannt werden unter anderem Sparmaßnahmen in Kommunen, Kürzungen bei Feuerwehren und Schulen, sowie eine als „ideologiegetrieben“ empfundene Energiepolitik. Auch die Rolle von NGOs, Auslandshilfen und Fördermittelvergabe wird kritisch hinterfragt. Im Zentrum stehen Sorgen um regionale Landwirtschaft, Landschaftsschutz und den Erhalt mittelständischer Betriebe – das Rückgrat der Wirtschaft im Erzgebirge.

Wer spricht, wer kommt?

Als Redner werden unter anderem erwartet: Matthias Berger (Mitglied des Sächsischen Landtags), Rolf Schmidt (Oberbürgermeister von Annaberg-Buchholz) und Antje Hermenau (Politikberaterin).

Die Veranstaltung ist offiziell angemeldet und genehmigt. Sie soll etwa anderthalb Stunden dauern. Für die Anreise empfiehlt sich die Nutzung umliegender Parkplätze – der Markt wird voraussichtlich gesperrt.

Einladung an alle

Der Protest soll friedlich sein – und offen für alle, die Veränderungen fordern. Denn, so das Motto der Veranstaltung: „Es ist nicht nur ein Unternehmerprotest. Es ist ein Ruf aus der Region.“