Beschäftigte von Kannegiesser Aue fordern Tarifverhandlungen
Mehr als 30 Jahre nach der Wende wollen die Beschäftigten bei Kannegiesser Aue endlich eine Angleichung an die Arbeitsbedingungen der Kollegen im Westen. Am Mittwoch übergab eine Delegation von IG Metall Mitgliedern dazu in Bad Schlema die offizielle Forderung zur Aufnahme von Tarifverhandlungen. Ziel sei die Anerkennung des Flächentarifvertrags der sächsischen Metall- und Elektroindustrie.
Der Betrieb ist ein Tochterunternehmen der Herbert Kannegiesser Gesellschaft mit Hauptsitz in Nordrhein-Westfalen. Das seit 1948 bestehende Familienunternehmen stellt Maschinen für Wäschereitechnik her. In Bad Schlema sind es laut IG Metall derzeit rund 70 Beschäftigte.
Seit September 2019 gibt es einen Betriebsrat. „Die Mannschaft ist gut organisiert und willens, für die Tarifbindung zu kämpfen. Schon mit der Betriebsratsgründung haben die Kolleginnen und Kollegen eindrucksvoll unter Beweis gestellt, dass sie nach all den Jahren endlich mitbestimmen wollen“, so Stefan Fischer, Gewerkschaftssekretär der IG Metall Zwickau.
Kannegiesser ist Weltmarktführer für Industriemangeln. Neben dem Hauptstandort in NRW gibt es weitere sechs Standorte, davon nach Unternehmensangaben einer in Großbritannien und einer in den USA.