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Brand im Bautzener „Husarenhof“ wurde gelegt - Schaulustige bejubeln Tat - Bundesweites Entsetzen - Demo am Brandort

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Mehr als 50 Menschen sind gestern Nachmittag zum ausge­brannten „Husaren­hof“ gezogen. In der Nähe des geplanten Asylbe­wer­ber­heimes stellten sie Kerzen auf. Frauen und Männer, Familien mit Kindern – sie kamen, um ein stilles Zeichen zu setzen. Ein Zeichen, dass sie sowohl die Brandtat als auch das Verhalten der Schau­lus­tigen beim Löschen aufs Schärfste verur­teilen. Teilnehmer der Demons­tra­tion, zu der das Bündnis „Bautzen bleibt bunt“ aufge­rufen hatte, hielten Trans­pa­rente hoch. Darauf stand u. a. „Wenn Häuser brennen, darf man nicht klatschen“ oder „Auch geistige Brand­stifter sind Verbre­cher“. 

Jubelnde Gaffer am brennenden Asylbe­wer­ber­heim hatten deutsch­land­weit für Entsetzen und Abscheu gesorgt. Die Polizei kündigte eine konse­quente Straf­ver­fol­gung an. Ermit­telt wird gegen zwei 20-jährige Bautzener. Sie hatten die Auffor­de­rung der Polizei nicht befolgt, den Brandort zu verlassen. Teilweise waren die Gaffer nach Polizei­an­gaben angetrunken und machten „abfäl­lige Bemer­kungen“ oder zeigten „unver­hoh­lene Freude“.

Aus der Vermu­tung ist inzwi­schen Gewiss­heit: Das Feuer im Bautzener „Husaren­hof“ wurde gelegt. Die Kripo fand Spuren eines Brand­be­schleu­ni­gers. Ein Anwohner hatte unserem Sender berichtet, dass offenbar ein Molotow­cock­tail durch ein Fenster des ehema­ligen Hotels geschleu­dert wurde. Dort sollten im März bis zu 300 Flücht­linge einziehen. Der Dachstuhl brannte am frühen Sonntag­morgen herunter. Der Schaden wird auf mindes­tens eine halbe Million Euro geschätzt. Das Gebäude werde auf längere Zeit nicht bewohnbar sein, sagte der Bautzener Oberbür­ger­meister Alexander Ahrens unserem Sender. Er kündigte  eine „Jetzt-erst-Recht-Reaktion“ an. Der OB wörtlich: „Wir lassen uns von ein paar Hohlköpfen nicht die Stadt kaputt machen“. Zugleich zeigte er sich weiter geschockt von den jubelnden Gaffern. Er sei fassungslos, Eltern hätten sogar ihr Kinder mitge­bracht, sagte Ahrens unserem Sender. Die Suche nach den Brand­stif­tern läuft auf Hochtouren. Gegen Schau­lus­tige, die das Feuer bejubelten oder die Einsatz­kräfte behin­derten, soll mit aller Härte vorge­gangen werden. Die Vorgänge in Bautzen haben bundes­weit Entsetzen ausge­löst. Bundes­jus­tiz­mi­nister Heiko Maas erklärte: „Wer unver­hohlen Beifall klatscht, wenn Häuser brennen, und wer Flücht­linge zu Tode ängstigt, handelt abscheu­lich und wider­lich.“ Er warnte vor wachsender Gewalt­be­reit­schaft rechts­ra­di­kaler Gruppie­rungen in Deutsch­land. Sachsens Minis­ter­prä­si­dent Stanislaw Tillich bezeich­nete das Geschehen in Bautzen als „wider­lich und abscheu­lich“. Innen­mi­nister Markus Ulbig erklärte, es sei unerträg­lich, wie offen und respektlos der Hass auf Ausländer zur Schau getragen werde. Die Polizei geht von einem fremden­feind­li­chen Anschlag aus. Deshalb wurde das Opera­tive Abwer­zen­trum in die Ermitt­lungen einbe­zogen. Weitere Einzel­heiten wurden aus ermitt­lungs­tak­ti­schen Gründen nicht bekannt gegeben. Die Band Silber­mond aus Bautzen zeigte sich erschüt­tert. „Es macht uns traurig und wütend, sowas zu lesen. Jetzt also auch in Bautzen“, schrieb die Band um Sängerin Stefanie Kloß  bei Facebook. "Wir müssen wach bleiben, wir müssen die Augen offen halten und dürfen solchen Menschen mit ihrer Gesin­nung keinen Platz geben."   

Audio:

Anwohner schil­dert unserem Sender