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Bundespräsident Steinmeier eröffnet Gedenkstätte Hoheneck

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Zusammen mit Schwerverbrecherinnen wurden in der DDR politisch verfolgte Frauen im berüchtigten Gefängnis Hoheneck Stollberg eingesperrt. An sie erinnert ab sofort eine neue Gedenkstätte.

Im Beisein von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier ist die Gedenkstätte am Donnerstagvormittag eröffnet worden. In Begleitung von Zeitzeuginnen besichtigte Steinmeier das historische Zellenhaus und die neue Dauerausstellung. „Hoheneck ist für viele Frauen der dunkelste Ort ihres Lebens“, sagte Zeitzeugin Konstanze Helber.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat bei der Eröffnung der neuen Gedenkstätte im einstigen Frauengefängnis Hoheneck Stollberg auch ein düsteres Kapitel deutsch-deutscher Wirtschaftsgeschichte thematisiert - Zwangsarbeit. Die Häftlinge seien einst zu Akkordarbeit gezwungen und ihre Arbeitskraft für Devisen ausgebeutet worden, sagte Steinmeier in seiner Ansprache.

Neben dem DDR-Staat hätten davon auch westdeutsche Unternehmen profitiert, die billig Waren erhielten. Es sei gut, dass Historiker die damaligen deutsch-deutschen Lieferketten untersuchten. Er wünsche mir, dass Unternehmen, die damals Produkte aus DDR-Fertigung importierten, bei dieser Aufklärung mithelfen und den Austausch mit den ehemaligen politischen Häftlingen suchen, so Steinmeier. Das wäre mindestens eine notwendige, aber auch gute Geste des Respekts.

Im ehemaligen DDR-Frauenzuchthaus Hoheneck waren von 1950 bis 1989 neben Verbrecherinnen auch Tausende Frauen aus politischen Gründen inhaftiert. Zum Haftalltag gehörte nach Schilderungen von Zeitzeuginnen auch harte Schichtarbeit, teils bis zur Erschöpfung. Dabei wurden etwa Bettwäsche und Feinstrumpfhosen hergestellt, die nach Westdeutschland verkauft wurden.

Nach der Wende wurde es erst weiter als Justizvollzugsanstalt genutzt. Seit 2019 liefen die Planungen für eine Gedenkstätte.