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Chaos nach Präsidenten-Rücktritt - Aue ist führungslos

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Nur 24 Stunden nach der Beurlau­bung von Trainer Falko Götz hat Präsi­dent Lothar Lässig mit seinem sofor­tigen Rücktritt den Fußball-Zweit­li­gisten FC Erzge­birge Aue am Mittwoch endgültig ins Chaos gestürzt. Da tags zuvor auch Jens Stopp von seinem Amt als Sport­vor­stand und Vizeprä­si­dent zurück­ge­treten war, ist der Tradi­ti­ons­club momentan handlungs­un­fähig. „Es ist die schwerste Stunde, seit der Verein FC Erzge­birge heißt. Wir waren völlig überrascht vom Rücktritt von Lothar Lässig, gestern hat noch gar nichts darauf hinge­deutet“, sagte Martin Henselin, Mitglied des Ehren­rates, am Mittwoch.Angesichts der brenz­ligen Situa­tion kamen am Mittwoch­morgen die Vereins­gre­mien zusammen, um über das weitere Vorgehen zu beraten. „Wir wollen schnellst­mög­lich eine Lösung finden. In unserer Aufsichts­rats­sit­zung werden wir zwei Mitglieder in den Vorstand kooptieren, um wieder handlungs­fähig zu sein“, sagte Aufsichts­rats­chef Frank Vogel und verwies auf ein Treffen des Gremiums am späten Abend. Bereits auf der Presse­kon­fe­renz zur Götz-Beurlau­bung am Dienstag wurde der tiefe Graben zwischen Vorstand und Aufsichtsrat deutlich. Wegen berufs­be­dingter Abwesen­heit von Lässig hatte Aufsichts­rats­chef Vogel nach der 0:3-Heimnie­der­lage gegen Fortuna Düssel­dorf am Samstag öffent­lich die Trainer­dis­kus­sion losge­treten. Sowohl Stopp als auch Lässig fühlten sich damit übergangen und zogen am Ende die Konse­quenzen.So bedroh­lich wie momentan war die Lage im Erzge­birge noch nie. Bisher hatten immer das einheit­liche Handeln sowie die Fähig­keit, mit wenig Mitteln sport­lich das Optimale heraus­zu­holen, den Verein ausge­zeichnet. Auch Lässig hatte am Dienstag noch einmal betont, dass es der Schul­ter­schluss aller Gremien war, der den Club bisher stark und Nachteile gegen­über finanz­kräf­ti­geren Konkur­renten wett gemacht hat.Nun muss schnellst­mög­lich ein neuer Trainer gefunden werden. Nach vier Spiel­tagen ist die sport­liche Lage nach dem schlech­testen Saison­start der Vereins­his­torie extrem bedroh­lich. Null Punkte, 1:10-Tore und vier Nieder­lage stehen zu Buche. (dpa)