Corona-Impfung: Alles was Sie wissen müssen

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Deutschlandweit wird seit dem 27. Dezember gegen den Corona-Virus geimpft. Der Impfstoff von BioNTech / Pfizer wurde bereits im Dezember von der EU-Kommission zu gelassen, auch das Vakzin von der US-Firma Moderna wurde jetzt die Zulassung. Bis Ende März soll diese Firma zwei Millionen Dosen nach Deutschland führen.BioNTech/Pfizer wurde bereits im Dezember von der EU-Kommission zu gelassen, auch das Vakzin von der US-Firma Moderna bekam jetzt die Zulassung. Bis Ende März soll diese Firma zwei Millionen Dosen nach Deutschland liefern.

In Sachsen haben Sie am 11. Januar 2021 die Impfzentren in allen zehn Landkreisen und drei kreisausweichenden die Arbeit beschäftigt. Für die Terminbuchung hat der Freistaat ein Anmeldeportal freigeschaltet.

Das Portal ist zeitweise überlastet. Wer sich registrieren wird und nicht durchkommen, landet sich in einer Art Wechselschleife. Das DRK rät davon ab, es immer wieder neu zu versuchen. Vielmehr sollte man warten, bis man an der Reihe ist.

Ab 18. Januar soll eine Impfhotline unter 0800 0899 089 an den Start gehen. Momentan werden dort nur Aufklärungsgespräche zur Impfung angeboten.

Wer als erstes geimpft wird, wo Sie sich impfen lassen können und war noch alles über den Impfstoff zu wissen ist, gibt es hier im Blick:

Aktuelle Informationen für das Erzgebirge

Das Impfzentrum im Erzgebirge befindet sich in der der Festhalle, Ernst-Roch-Straße 4, Annaberg-Buchholz.

Aktuell bekommt der Kreis 240 Impfdosen. Diese werden zum Teil von den zwei mobilen Teams in den Pflegeheimen verimpft, der andere Teil wird im Impfzentrum verabreicht.

Impfzentren/mobile Teams

In jedem Landkreis und in jeder kreisfreien Stadt Sachsens wird ein Impfzentrum und ein mobiles Impfteam eingerichtet. Die Zentren befinden sich beispielsweise in ehemaligen Einkaufsläden, Stadt- oder Messehallen. Die mobilen Teams, bestehend aus drei bis vier Personen plus einen Arzt, sollen vor allem in Pflege- und Altenheimen zum Einsatz kommen.

Standorte in Sachsen sind:

  • Stadt Dresden: Messe Dresden
  • Stadt Leipzig: Messe Leipzig
  • Stadt Chemnitz: Netto Chemnitz, Wilhelm-Raabe-Str. 6
  • Landkreis Bautzen: Sporthalle am Flughafen, Kamenz
  • Erzgebirgskreis: Festhalle Annaberg-Buchholz
  • Landkreis Görlitz: Messehalle Löbau
  • Landkreis Leipzig: ehem. Aldi Markt Borna
  • Landkreis Meißen: Sachsen-Arena Riesa
  • Landkreis Mittelsachsen: Mittweida über Simmel (ehem. EKZ)
  • Landkreis Nordsachsen: Stadthalle Belgern
  • Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge: Aldi Pirna-Jessen
  • Vogtlandkreis: Spektrum Treuen-Eich (ehem. Baumarkt)
  • Landkreis Zwickau: Stadthalle Zwickau

Um als Impfzentrum in Frage zu kommen, mussten folgende Kriterien erfüllt sein: es muss die Möglichkeit geben, getrennte Räumlichkeiten für einzelne Stationen einzurichten (z.B. Anmeldung und Wartebereich), es muss einen gesicherten Lagerraum geben, sowie ausreichend Parkplätze und eine gute Anbindung an den öffentlichen Personennahverkehr.

Muss ich in das Impfzentrum meines Landkreises/ meiner kreisfreien Stadt gehen?

Jede Person in Sachsen kann selbst entscheiden, in welchem Impfzentrum man sich gegen das Coronavirus impfen lassen möchte. Das hat das Deutsche Rote Kreuz mitgeteilt. Die Impfzentrumsgrenzen seien nicht gleichzusetzen mit Landkreisgrenzen, deswegen gebe es die Möglichkeit der freien Auswahl. Es wird aber empfohlen sich in dem Impfzentrum impfen zu lassen, das zum Wohnort am nächsten ist. Allerdings gibt es eine Bedingung: Impfwillige müssen beide Impfungen am gleichen Ort durchführen lassen.

Eine genaue Übersicht wo und welches Impfzentren sich in der Nähe befindet, finden Sie auf der interaktiven Karte des Freistaat Sachsens.

Wer wird wann geimpft?

Geplant ist, dass täglich bis zu 13.000 Menschen geimpft werden können, wenn der Impfstoff nach einiger Zeit in ausreichenden Mengen produziert wird. Geimpft wird nach einer Prioritätenliste, die nach Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO) erstellt wurde. Bei der Priorisierung spielt das Risiko für Tod und schwere Erkrankungen, aber auch hohes Lebensalter und Vorerkrankungen eine entscheidende Rolle.

Da zu Beginn bzw. kurz nach der Zulassung des Impfstoffes nicht sofort alle Menschen geimpft werden können, hat das Bundesgesundheitsministerium eine entsprechende Verordnung erlassen, die auf der veröffentlichten Empfehlung der STIKO aufbaut.

Die Verordnung priorisiert in drei Gruppen:

Gruppe I: Diese Gruppe hat die höchste Priorität. Unter anderem fallen in diese Kategorie folgende Personen/Berufsgruppen:

  • Menschen über 80 Jahre oder älter
  • Pflegebedürftige
  • medizinisches Personal auf Intensivstationen, in Notaufnahmen, im Rettungsdienst
  • Personal im Pflegebereich

Aufgrund der besonderen Verwundbarkeit der älteren Menschen, haben sich die Bundesländer darauf verständigt, mit den Impfungen in Alten- und Pflegeheimen zu beginnen.

Gruppe II: Diese Gruppe hat eine hohe Priorität. In diese Kategorie fallen folgende Personen/Berufsgruppen:

  • Personen ab 70 Jahren
  • Demenzkranke
  • Menschen mit Trisomie 21
  • Transplantationspatienten
  • Bereitschaftspolizisten, die zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit einem Risiko ausgesetzt sind
  • Bewohner von Obdachlosen- und Asylbewerberunterkünften
  • enge Kontaktpersonen von Pflegebedürftigen und Schwangeren
  • Personen, die in medizinischen Einrichtungen einem hohen oder erhöhten Expositionsrisiko (ungeschützter, direkter Kontakt) in Bezug auf das Coronavirus ausgesetzt sind

Gruppe III: Diese Gruppe hat erhöhte Priorität. In diese Kategorie fallen folgende Personen/Berufsgruppen:

  • Personen über 60 Jahre
  • Personen, die aufgrund einer Vorerkrankung ein erhöhtes Risiko für einen schweren oder tödlichen Krankheitsverlauf bei Infektion mit dem Coronavirus haben
  • Personen in besonders relevanter Position in staatlichen Einrichtungen, sowie in Einrichtungen und Unternehmen der kritischen Infrastruktur
  • Mitarbeiter der Polizei, der Feuerwehr, im Bildungssektor, der Justiz und im Einzelhandel

Die Verordnung vom Bundesgesundheitsministerium wird regelmäßig überarbeitet. Denn es ist zu erwarten, dass künftig weitere Impfstoffe auf dem Markt zugelassen werden. Der Impfübergang soll fließend sein. Das heißt, es muss nicht mit dem Impfen von Menschen aus der jeweils folgenden Gruppe gewartet werden, bis die vorhergehende Gruppe komplett geimpft ist. Ziel ist es, langfristig Impfstoffe für alle, die es wünschen, zur Verfügung stellen zu können, so das Gesundheitsministerium.

Wer nachweislich schon eine Corona-Infektion durchgemacht hat, wird zunächst nicht geimpft. Ob und wann doch eine Impfung möglich ist, wurde noch nicht entschieden.

Wie viele haben sich bisher schon impfen lassen?

Das Robert Koch Institut veröffentlicht werktäglich die Zahlen zu den bisher schon geimpften Personen. Das digitale Impfquotenmonitoring finden Sie hier.

Wie läuft die Impfung ab?

Um eine effektive Immunisierung zu bekommen, sind zwei Impfungen innerhalb weniger Wochen notwendig. Patienten müssen sich vor einer Impfung nicht auf Sars-CoV-2 testen lassen.

Eine Impfung kann nur nach Anmeldung online oder auch telefonisch über das Termin-Management erfolgen. Voraussetzung ist die Zugehörigkeit zu einer prioritär zu impfenden Personengruppen.

Wenn der Impfstoff nach einiger Zeit in ausreichenden Mengen produziert wird, gibt es drei Wege, um einen Impftermin zu vereinbaren, so das Deutsche Rote Kreuz:

  1. Über eine Website kann ein Termin gebucht werden. Bei der Buchung müssen persönliche Angaben gemacht werden. Anhand dieser wird entschieden, in welche Kategorie man gehört, um zeitnah einen Termin zubekommen oder ob man noch warten muss. Danach werden Unterlagen zugeschickt, die ausdruckt und ausgefüllt zum Impftermin mitgebracht werden müssen. Ein Arzt überprüft die Impffähigkeit und dann wird geimpft.
  2. Eine andere Möglichkeit ist, sich über eine App einen Termin zu vereinbaren.
  3. Die dritte Variante ist über ein Callcenter. Auch hier bekommt man nach der Terminvereinbarung Unterlagen zugeschickt, die ausgefüllt zum Termin mitgebracht werden müssen.

Wann beginnen die Impfungen?

Am 27. Dezember 2020 wurden die ersten Menschen gegen das Coronavirus geimpft. 68.250 Impfdosen sind - Stand 30. Dezember - bislang in Sachsen geliefert worden.

Der Start der Impfzentren ist am 11. Januar 2021.

Wie viel Impfstoff steht zur Verfügung?

Deutschlandweit sollen bis Ende Januar etwa drei bis vier Millionen Impfdosen zur Verfügung stehen. Alle Lieferungen werden nach ihrem Bevölkerungsanteil an die Bundesländer verteilt. Man rechnet damit, dass für das gesamte erste Quartal elf bis 13 Millionen Impfdosen vorhanden sind.

Wenn alle Impfstoff-Kandidaten zugelassen werden sollten, erhält Deutschland voraussichtlich insgesamt 300 Millionen Dosen.

Kosten die Impfungen etwas?

Die Kosten für die Impfungen werden von den Krankenkassen übernommen, das heißt, es ist für die Person, die sich impfen lässt, kostenlos.

Mögliche Selbstzahler erhalten keine Impfbevorzugung.

Gibt es eine Impfpflicht/einen Impfzwang?

Wie Ministerpräsident Michael Kretschmer mitgeteilt hat, ist die Corona-Impfung freiwillig.

Im Positionspapier der gemeinsamen Arbeitsgruppe aus Mitgliedern der Ständigen Impfkommission, des Deutschen Ethikrates und der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina heißt es: "Den Ausgangspunkt bildet die Selbstbestimmung ('Autonomie') jedes Einzelnen. Impfungen setzen prinzipiell eine aufgeklärte, freiwillige Zustimmung voraus. Eine undifferenzierte, allgemeine Impfpflicht ist deshalb auszuschließen."

Eine Impfpflicht oder ein Impfzwang für eine bestimmte Gruppe ist bisher nicht im Gespräch.

Welche unterschiedlichen Impfstoff-Typen werden erprobt?

Unserem Immunsystem sollen Teile, die sogenannten Antigene, des neuartigen Coronavirus „präsentiert“ werden. Auf diesem Grundprinzip basieren alle Impfstoffkandidaten. Damit soll unser Körper eine Immunität gegenüber dem Erreger aufbauen.

Folgende drei Impfstoff-Typen gibt es:

RNA/DNA-Impfstoffe:

Teile der Erbinformationen des Virus‘ in Form von RNA bzw. DNA sind in diesem Impfstoff enthalten. Sie stellen den Bauplan für ein oder mehrere Virusproteine bereit. Nach der Impfung wird die RNA/DNA von einigen wenigen menschlichen Körperzellen aufgenommen. Diese Zellen nutzen die Information als Vorlage, um das oder die Virusproteine selbst zu produzieren. Allerdings wird nur ein Bestandteil des Virus gebildet, weshalb es dann keine kompletten vermehrungsfähigen Viren im Körper gibt. Die neu gebildeten, ungefährlichen Virusproteine werden Antigene genannt, denn sie aktivieren unser Immunsystem und erzeugen die schützende Immunantwort.

Vektor-Impfstoffe:

Ein abgeschwächtes Virus dient als Transportmittel (Vektor) für einen ungefährlichen Teil der Erbinformation von SARS-CoV-2 in wenige Körperzellen. Diese Impfstoffe enthalten den Bauplan für ein oder mehrere Antigene.

Der Ebola-Impfstoff Ervebo ist z.B. ein bekannter Vektor-Impfstoff.

Totimpfstoffe mit Virusproteinen: 

In Bakterien, Hefe oder in Säugerzellen wird die Erbinformation mit dem Bauplan für ein Virusprotein eingebracht, die dieses Protein produzieren. Nach der Reinigung wird das Virusprotein als Antigen im Impfstoff verwendet.

Gibt es einen eigenen Impfstoff für Kinder?

Die Impfstoffe sollen zunächst nur für Erwachsene zur Verfügung stehen, denn die Wirksamkeit und Sicherheit des Impfstoffes konnte bei Kindern und Jugendlichen noch nicht genügend untersucht werden.

Folgende Gründe hat es, dass schwerpunktmäßig Impfstoffe für Erwachsene entwickelt werden:

  • Allein aus ethischen Gründen sind Kinder für frühe Tests nicht vorgesehen. Erst wenn in den Studien bei Erwachsenen keine schwerwiegenden Nebenwirkungen aufgetreten sind, können klinische Prüfungen an Kindern durchgeführt werden. Die Impfstoffentwicklung für Kinder verläuft ähnlich wie die für Erwachsene (siehe "Wie sicher ist der Impfstoff?")
  • Zuerst sollen diejenigen geschützt werden, die am schwersten an Covid-19 erkranken. Das sind insbesondere ältere Menschen und/oder Menschen mit Vorerkrankungen.
  • Es ist davon auszugehen, dass das Infektionsgeschehen insgesamt zurückgedrängt werden kann, durch die wirksamen Impfstoffe für Erwachsene, die im Laufe der Zeit in ausreichender Menge vorhanden sein werden. Dadurch können auch Kinder geschützt werden.
  • Nach allem was bisher bekannt ist, scheinen Kita- und Grundschulkinder das Infektionsgeschehen nicht in besonderer Weise anzutreiben. Außerdem erkranken Kinder weniger häufig und stark als Erwachsene.

Wie sicher ist der Impfstoff? Welche Nebenwirkungen kann es geben?

Um einen Impfstoff zu entwickeln, muss zunächst das Virus genau untersucht werden. In der sogenannten präklinischen Phase wird dann festgelegt, welche Bestandteile des Virus und welche Zusatzstoffe im Impfstoff berücksichtig werden. Danach wird die Impfung an Tieren erprobt. Anschließend gibt es ein dreistufiges Verfahren an Freiwilligen:

Phase I: Der Impfstoff wird an maximal 100 gesunden Freiwilligen getestet. Dabei wird die Verträglichkeit und die Fähigkeiten des Impfstoffes, eine Immunabwehrreaktion hervorzurufen, getestet.

Phase II: Die richtige Dosis, die Verträglichkeit und Immunabwehrreaktion werden an einer größeren Anzahl von Freiwilligen (mehrere Hunderte) getestet.

Phase III: Mehrere tausende bis mehrere zehntausenden Freiwillige erhalten den Impfstoff. Damit soll erprobt werden, ob er wirklich vor einer Infektion schützt und sicher ist. Seltene Nebenwirkungen werden erkennbar.

Erst nach einer ausreichenden Überprüfung durch Bundesanstalten und EU-Behörden wird ein Impfstoff auf den Markt gebracht. Nach der Zulassung gibt es eine ständige Kontrolle zum Erfassen von Wirksamkeiten und möglichen Nebenwirkungen, so das Robert Koch-Institut.

In den ersten drei Testphasen hat sich gezeigt, dass Nebenwirkungen sich bisher in Grenzen halten und mit anderen, bekannten Impfungen vergleichbar seien: „Die häufigsten Nebenwirkungen sind Schmerzen an der Einstichstelle, Abgeschlagenheit, Kopf- und Gliederschmerzen sowie grippeähnliche Symptome", erklärt die sächsische Virologin Corinna Pietsch von der Uniklinik Leipzig.

Allerdings seien Langzeitfolgen noch nicht absehbar, aber man könne aufgrund des Aufbaus der Impfstoffe nicht davon ausgehen, so die Virologin.

Außerdem erfolgt vor jeder Impfung eine Aufklärung über Risiken und Nebenwirkungen durch einen Arzt.

Wie viel Prozent der Bevölkerung in Deutschland sollten sich impfen lassen?

Grundsätzlich sollte sich jeder, der sich gegen COVID-19 impfen lassen möchte, eine Impfung bekommen können. Das ist der Individualschutz.

Mathematische Modelle zeigen, dass die Übertragung des SARS-CoV-2 soweit limitiert ist, wenn es eine Immunität von ca. 70% in der Bevölkerung gibt. Das ist der Gemeinschaftsschutz.

Allerdings ist noch nicht vorhersagbar, inwieweit eine Immunität eine Virus-Übertragung unterbinden bzw. reduzieren kann.

Weiterführende Links

Seite der Bundesregierung: Corona-Impfung: Das ist der Stand

Seite der Sächsischen Staatsregierung: Coronaschutzimpfung