Das waren die kuriosesten Polizeieinsätze im Erzgebirge 2017
„Körperliche Auseinandersetzung“ rief Polizisten auf den Plan
Wegen einer schreienden Frau und somit einer mutmaßlichen Auseinandersetzung rief man die Polizei an einem Vormittag im Frühjahr zu einem Wohnhaus im Auer Revierbereich. Beim Eintreffen öffnete man den Ordnungshütern auf das Klingeln verblüfft und leicht bekleidet die Wohnungstür. Für die Beamten ergab sich der Verdacht einer körperlichen Auseinandersetzung der anderen Art. Einen Straftatverdacht konnten sie nicht erkennen.
„Einbrecher“ wollte nur die Toilette benutzen
Über einen mutmaßlichen Einbruch in ein Wohnhaus wurde die Polizei in Stollberg am Morgen des 6. Februar informiert. Beim Hausbesitzer hatte der Alarm ausgelöst, weshalb die Beamten hinzugerufen wurden. Wie sich dann herausstellte, handelte es sich beim „Einbrecher“ um einen Familienangehörigen, welcher lediglich die Toilette benutzen wollte und berechtigt einen Schlüssel zum Haus hatte. Jedoch war er nicht über die aktivierte Alarmanlage eingeweiht worden.
Abendessen verschlafen?
Wegen des Verdachts eines Brandes in einem Wohnhaus rief man die Kameraden der Feuerwehr und Polizeibeamte an einem Abend Anfang Februar nach Aue. In der betroffenen Wohnung war der Feuermelder zu hören und im Haus roch es nach Verbranntem. Wie sich dann herausstellte, war der Mieter lediglich eingeschlafen und das Essen angebrannt. Verletzt wurde niemand. Das Haus musste gut durchgelüftet werden.
Im Parkplatz geirrt?
Wegen des vermeintlichen Diebstahls eines VW Golf rief der Besitzer Polizisten am 7. März zu einem Parkplatz in der Wiesaer Straße in Annaberg-Buchholz. Um 8 Uhr hatte das Fahrzeug den ersten Informationen nach noch an seinem Platz gestanden. Am Mittag wurde der Diebstahl bemerkt. Eine Dreiviertelstunde später konnte die Fahndung beendet werden. Eine Polizeistreife hatte das ordnungsgemäß verschlossene Auto auf einem anderen Parkplatz entdeckt. Der Besitzer hatte sich lediglich beim Abstellort geirrt.
Polizei wegen verdächtigem Passant gerufen
Über einen vermeintlich verdächtigen Mann mit Headset und prall gefülltem Rucksack, der in der Zschopauer Rudolf-Breitscheid-Straße unterwegs war, informierte man die Polizei am Vormittag des 29. März. Nach der Kontrolle des Mannes konnte „Entwarnung“ gegeben werden. Im Rucksack fanden sich lediglich Bücher und Lernmaterialien. Der Mann konnte seinen Weg daraufhin fortsetzen. Ein Straftatverdacht ergab sich nicht.
Rasenmäher löst Gefahrguteinsatz aus
In Erwartung eines Gefahrguteinsatzes waren Polizei und Feuerwehr im April im Freiberger Revierbereich in einem Geschäft im Einsatz. Wegen eines ungekennzeichneten, verdächtigen Paketes, aus dem beißender Geruch drang, hatte sich der Verdacht dafür ergeben. Der Bereich wurde vorsorglich weiträumig abgesperrt, das Paket ins Freie gebracht. Schließlich konnte jedoch nach der Öffnung der Sendung Entwarnung gegeben werden. Im Paket fand sich lediglich ein Rasenmäher, aus dem Betriebsstoffe ausliefen.
Polizisten als Geburtshelfer gerufen
Gegen 1.15 Uhr wählte Ende Mai ein Mann aus dem Stollberger Revierbereich den Polizeinotruf. Dem Beamten am Telefon teilte er mit, dass seine Frau hochschwanger sei und es nun losgehe. Der Polizist leitete den Anruf des werdenden Vaters umgehend an die Rettungsleitstelle weiter. Offenbar hatte sich der Mann in der aufregenden Situation in der Telefonnummer geirrt.
Polizei wegen verdächtiger Beobachtung gerufen
Ein Fahrzeug mit ausländischem Kennzeichen und verdächtige Personenbewegungen auf dem Gelände eines Sendemastes in Schneeberg beobachteten aufmerksame Bürger am späten Nachmittag des 13. August. Umgehend wurde daraufhin das Objekt kontrolliert und die „Verdächtigen“ dabei gestellt. Die Kontrolle ergab, dass alles seine Richtigkeit hatte und es sich bei den Angetroffenen um Mitarbeiter eines Telefonunternehmens handelte, die Wartungsarbeiten an der Anlage durchführten.
Akku-Tod machte Atemnot
Am 13. September bat man die Polizei in Aue um Hilfe. Beim Telefonat mit einer Bekannten hatte der Anrufer plötzlich nur noch ein Röcheln vernommen, das Gespräch war dann beendet gewesen. Die Beamten gingen der Sache umgehend auf den Grund. Die Frau konnten sie wohlbehalten in ihrer Wohnung antreffen. Wie sich dort herausstellte, hatte lediglich ihr Telefon wegen eines Problems mit dem Akku schlapp gemacht, weswegen das Gespräch abgebrochen war.
Unfreiwillig auf den Hund gekommen
Ein schwerer Verkehrsunfall in Erdmannsdorf, bei dem mehrere Menschen verletzt worden waren, entwickelte sich am 4. Dezember zu einem der kuriosesten Einsätze der PD Chemnitz im laufenden Jahr. Während ein Polizist den Verkehr an der Unfallstelle vorbeileitete, kam eine Englische Bulldogge aus einem nahen Wald angetrottet und lief zielgerichtet auf den Beamten zu. Doch einfangen ließ sich der wuchtige Vierbeiner nicht ohne Weiteres. Erst als einer der Polizisten vor Ort die Schiebetür eines Funkstreifenwagens öffnete, hopste die Bulldogge auf die Rückbank und machte ein Nickerchen. Die „Umfeldermittlungen“ nach dem Besitzer des Hundes brachten nichts. Erst ein zu Hilfe gerufener Tierarzt brachte etwas Erhellung. Lenni, so der Name der Englischen Bulldogge, stammte ursprünglich aus Döbeln, wurde später ins Erzgebirge vermittelt und offenbar von seinem letzten Besitzer im Wald bei Erdmannsdorf ausgesetzt. Soweit, so gut. Das eigentliche Problem war aber noch ungelöst. Der Vierbeiner ließ sich nämlich partout nicht dazu bewegen, aus dem Funkstreifenwagen auszusteigen. Ziehen, schieben, locken, ausgesprochenes Platzverbot - nichts half. Erst als einer der Beamten nochmals den Motor des Funkstreifenwagens startete, gelang es mit vereinten Kräften, die erneut eingeschlafene Bulldogge zu „überwältigen“. Kurzzeitig kam Lenni ins Freiberger Tierheim. Dort standen die Telefone nicht mehr still. Dutzende Hundefreunde wollten der kleinen Wuchtbrumme ein neues Zuhause geben. Mittlerweile ist Lenni in eine Familie vermittelt. Gegen seinen letzten Besitzer wurden Ermittlungen wegen des Verdachts des Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz aufgenommen.
