Eröffnung der Erdbeersaison in Sachsen - Höhere Preise erwartet

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Autor: dpa

Die sächsischen Obstbauern haben die Verbraucher zur offiziellen Eröffnung der Erdbeersaison auf höhere Preise im Vergleich zum Vorjahr eingestimmt. Insbesondere wegen der gestiegenen Kosten für die Erntehelfer, aber auch wegen des Preisdrucks durch den Einzelhandel erwartet der Landesverband «Sächsisches Obst» einen Preisanstieg. So würden die Luftbrücke für die Saisonarbeitskräfte, deren Unterbringung sowie hygienische Maßnahmen im Zuge der Coronavirus-Krise mit einem Plus von 30 Cent pro Kilogramm bei den Erzeugerkosten zu Buchen schlagen, sagte der Vorsitzende des Landesverbandes, Gerd Kalbitz, am Donnerstag in Leisnig (Landkreis Mittelsachsen.

«Wir hoffen, dass die Preise besser werden, also dass es teuerer wird», sagte Kalbitz. Im Vorjahr bekamen die Erzeuger 1,30 Euro pro 500 Gramm-Schale vom Einzelhandel. In diesem Jahr erwarte er 1,50 Euro. In diesem Zusammenhang kritisierte Kalbitz den Preisdruck des Einzelhandels. Dieser fordere Früchte aus geschütztem Anbau und drohe ansonsten mit Auslistung aus dem Sortiment.

Laut Kalbitz habe dies dazu geführt, dass nur noch 45 Prozent der Anbaufläche für den Handel genutzt werden und 55 Prozent für die Selbstpflücke. «Wenn ich bei jeder Schale 50 Cent reinlegen muss, um sie beim Einzelhandel loszuwerden, mache ich das nicht», sagte er.

Für 2020 rechnet der Verband wie im Vorjahr mit 1900 Tonnen Erdbeeren in Sachsen und 700 Tonnen in Sachsen-Anhalt. Für ganz Deutschland wird mit einem deutlichen Rückgang des Ernteergebnisses von 143 000 Tonnen auf 100 000 Tonnen gerechnet. Die Anbaufläche für Erdbeeren in Sachsen ist um sechs Prozent auf 230 Hektar zurückgegangen. (Dpa)