Erzgebirge Aue muss in die Relegation

Zuletzt aktualisiert:
Autor: dpa

Der FC Erzgebirge Aue hat den direkten Klassenverbleib in der 2. Fußball-Bundesliga verpasst und muss nun den bitteren Gang in die Relegation antreten. Trotz spielerischer Überlegenheit und aufgrund von zwei Schiedsrichterfehlentscheidungen musste sich die Mannschaft von Trainer Hannes Drews am Sonntag beim direkten Konkurrenten SV Darmstadt 98 mit 0:1 (0:0) geschlagen geben.

Tobias Kempe, dessen Bruder Dennis in Aue spielt, schoss in der 87. Minute das entscheidende Tor für die «Lilien», die sich damit retteten. Doch Schiedsrichter Sören Storks übersah bereits in der vierten Minute, dass der Ball nach einem Schuss von Aues Calogero Rizzuto erst weit hinter der Torlinie geklärt wurde. Dazu wurde den Gästen in der 31. Minute ein klarer Handelfmeter verweigert. Aue war insgesamt die deutlich bessere Mannschaft, hatte sich mehr Torchancen erarbeitet - ohne Nutzen. Die Sachsen müssen den Abstieg nun in zwei Relegationsspielen gegen den Drittliga-Dritten Karlsruher SC verhindern. Das Hinspiel findet am kommenden Freitag in Baden statt, das Rückspiel am 22. Mai in Aue.

Die Partie begann temporeich, was vor allem an den sauberen Kombinationen der Gäste lag. Die hatten auch die erste große Chance: Ein Schuss von Rizzuto (4.) wurde von der Darmstädter Abwehr ins Tor abgefälscht. Der Ball war, wie die Fernsehbilder zeigten, kurz vollständig hinter der Linie, bis Romain Bregerie das Leder weg drosch. Doch Referee Storks gab den regelkonformen Treffer nicht.

Der FCE war die klar bessere Mannschaft. Nach einer der zahlreichen Ecken im ersten Durchgang kam Pascal Köpke (30.) im Strafraum an den Ball, doch Darmstadts Torwart Daniel Heuer Fernandes konnte den Schuss des Torjägers gerade noch abwehren. Zuvor hat Felix Platte im Strafraum der Darmstädter den Ball absichtlich mit dem Arm weg geschlagen – was der schwache Storks ebenfalls übersah.

Bis zum ersten gefährlichen Darmstädter Angriff vergingen 41 Minuten: Nach einer schönen Flanke köpfte Platte den Ball nur einige Zentimeter neben das Tor von Aues Kapitän Martin Männel.

Nach dem Seitenwechsel zeigte sich ein ähnliches Spiel. Die Auer blieben das dominantere Team, mit mehr Ballbesitz und giftiger in den Zweikämpfen. Allerdings fehlten den Auern auch – wie so oft – die klaren Torchancen. Die erste gefährliche Aktion kam dann auch wieder von den Hausherren: Joevin Jones (51.) brachte nach einer Ecke einen Volley-Schuss auf's Tor, wo Martin Männel den Ball in letzter Sekunde noch parieren konnte.

Nach einem feinen Pass von Sebastian Hertner (67.) lag der Ball erneut im Darmstädter Tor – doch auch diesmal zählte der Treffer nicht. Köpke stand im Abseits, bevor er den Ball ins Tor gestochert hatte.

In den letzten zehn Minuten versuchte Darmstadt das eigene Tor zu vernageln. Mit wilden Armbewegungen feuerte Aues Trainer Hannes Drews seine Spieler an, noch einmal alles nach vorne zu werfen. Entsprechend wechselte er frische Offensivkräfte ein und hatte auch noch einige ordentliche Abschlüsse. Das Tor des Tages erzielten aber die Darmstädter: Nach einem Einwurf herrschte für einen Moment Unordnung im Auer Strafraum. Die nutzte Kempe (86.) eiskalt aus und schickt damit das Team seines Bruders Dennis in die Relegation.