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  • Erzge­birge Aue ist zurück in der 2. Bundes­liga. (Foto: Imago/ Picture-Point)
    Erzge­birge Aue ist zurück in der 2. Bundes­liga. (Foto: Imago/ Picture-Point)

Erzgebirge Aue steigt in 2. Bundesliga auf

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Grenzen­loser Jubel in lila-weiß. Der FC Erzge­birge Aue hat den direkten Wieder­auf­stieg in die 2. Bundes­liga perfekt gemacht. Der souve­räne 2:0 (1:0)-Erfolg bei Fortuna Köln am Samstag ließ das Kölner Südsta­dion erbeben. Rund 3000 mitge­reiste Sachsen feierten vor insge­samt 3845 Zuschauern im Kölner Südsta­dion ausge­lassen den Erfolg des FCE, den Phillipp Riese (12.) per Foulelf­meter und Pascal Köpke (54.) frühzeitig perfekt machten. „Ich kann es gar nicht fassen, da hängt ja viel Herzblut dran. Das war eine kollek­tive Leistung für unseren geliebten Club. Es ist eine Wunder, mehr als eine Genug­tuung“, sagte Präsi­dent Helge Leonhardt.Der in Köln gelbge­sperrte Stürmer Nicky Adler meinte: „Es ist wie ein Traum, der in Erfül­lung gegangen ist. Es ist so schön, endlich wieder in diese zweite Liga zu kommen. Das kann man einfach nicht hoch genug bewerten.“ Routi­nier Martin Männel, der unmit­telbar nach dem Zweit­liga-Abstieg seinen Kontrakt als deutli­ches Zeichen für Auever­län­gerte, meinte im MDR-Inter­view mit seiner Ehefrau: „Es war für mich das ruhigste Spiel der ganzen Saison. Die letzte halbe Stunde war ein sehr schönes Gefühl“, meinte der Torhüter und erinnerte sich an den Abstieg vor einem Jahr: „Nachdem was im letzten Sommer alles so passiert ist, kann man das hier alles erst in den nächsten Tagen reali­sieren.“Der dritte Aufstieg der Erzge­birger ins Bundes­liga-Unter­haus hätte zu Beginn der Saison kaum jemand für möglich gehalten. Rund 20 Ab- und 20 Neuzu­gänge verän­derten die Mannschaft massiv. Doch Sport­di­rektor Steffen Ziffert bewies bei der Zusam­men­stel­lung ein gutes Händchen, der neue Trainer Pavel Dotchev entwi­ckelte aus dem zusam­men­ge­wür­felten Haufen eine Einheit. „Es war ein sehr, sehr langer Weg. Ich habe sehr früh erkannt, dass diese Jungs was beson­deres sind. Ich habe absolutes Vertrauen in sie gehabt. Aber im Hinter­kopf habe ich immer gesagt: bleibt vorsichtig“, meinte der Trainer und fügte an: „Ich hatte immer super Unter­stüt­zung im Präsi­dium. Ich durfte so arbeiten, wie ich wollte.“Zunächst setzte er auf eine kompakte Defen­sive, was nicht immer schön anzusehen, aber oft erfolg­reich war. 23 Pflicht­spiele spielte die Mannschaft zu null. Aller­dings haperte es zunächst noch in der Offen­sive. Zur Winter­pause hatte Aue gleich­zeitig die wenigsten Tore geschossen (17) und die wenigsten Gegen­tore kassiert (13). Männel als Kapitän, Chris­tian Tiffert als erfah­rener Mann im Mittel­feld und Adler als emotio­naler Leader erwiesen sich als passende Korsett­stangen für eine junge, talen­tierte Mannschaft. Nie verlor Aue zwei Spiele am Stück, nur in Bremen (0:4) und in Kiel (0:3) ging der FCE unter. Dazu war eine spiele­ri­sche Entwick­lung erkennbar: der im Winter vom Karls­ruher SC ausge­lie­hene Pascal Köpke sorgte für die nötige Durch­schlags­kraft im Sturm. Neun Tore in 14 Ligaspielen gelangen Köpke, der jetzt gehalten werden soll. Generell sind wenig perso­nelle Verän­de­rungen geplant. „Punktu­elle Verstär­kungen“, betont Ziffert. Aue will weiter auf junge, deutsch­spra­chige Spieler aus unteren Ligen oder den zweiten Mannschaften größerer Clubs setzten und diese weiter entwi­ckeln. So wie im Fall Steve Breit­kreuz. Der Innen­ver­tei­diger hat sich mit guten Leistungen in den Fokus gespielt und ist der einzige Leistungs­träger, dessen Vertrag noch nicht über Sommer 2017 hinaus verlän­gert wurde - was jetzt nach dem Aufstieg aber passieren soll. Laut dpa-Infor­ma­tionen hat sich außerdem der Vertrag von Kapitän Männel durch den Aufstieg automa­tisch bis Juni 2019 verlän­gert. „Martin gehört einfach ins Erzge­birge“, findet Ziffert. (dpa)