++ EIL ++
  • Oberbürgermeister Octavian Ursu (li.) informierte sich vor Ort über die Lage. In der Mitte Ordnungsamtsleiter Uwe Restetzki und rechts Bürgermeister Benedikt Hummel
  • Anwohner Philipp Skorka zeigt auf seine Wohnung ganz in der Nähe des eingestürzten Hauses: "Es gab einen großen Knall.Ich hörte Frauen und Männer schreien."
  • Sachsens Innenminister tröste einen Angehörigen der beiden vermissten Rumäninnen, ihren Lebensgefährten.

Explosion in Görlitz - zwei Frauen (25,26) und ein Mann (48) noch vermisst - Suche unterbrochen

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Die Suche nach den Verschütteten in Görlitz ist in der vergangenen Nacht  unterbrochen worden. Weiter austretendes Gas an der Unglücksstelle wurde durch die Stadtwerke ausgespült, abgeleitet und abgefackelt. In dieser Zeit mussten die Elektrogeräte der Helfer wegen der Explosionsgefahr ausgeschaltet bleiben.  Die Gasflamme erlosch kurz nach zwei Uhr. Zur Stunde wird eine Hauswand abgestützt. Die Suche soll in Kürze wieder aufgenommen werden, sagte uns Polizeisprecherin Anja Leuschner. 

In den Trümmern werden zwei Frauen und ein Mann vermutet. Das Haus war am Montag nach einer Gasexplosion eingestürzt. Kraftfahrer in der Görlitzer Innenstadt müssen sich auch heute wieder auf erhebliche Verkehrsbehinderungen einstellen.  Reisenden in Richtung Polen werden Ausweichstrecken über Radmeritz, Hagenwerder sowie Ludwigsdorf empfohlen.Gestern Abend konnten die ersten Bewohner aus benachbarten Häusern wieder zurück in ihre Wohnungen. 

Innenminister: Hoffnungen,dass wir Menschenleben retten können

Sachsens Innenminister Armin Schuster machte sich gestern Nachmittag ein Bild an der Unglücksstelle. Er sprach von einem tragischen Unglück, das so nicht vorhersehbar gewesen sei. Zugleich lobte Schuster die professionelle Arbeit der Einsatzkräfte und die Unterstützung durch die polnische Feuerwehr. Der Minister wörtlich: „Wir haben immer noch große Hoffnungen, dass wir Menschenleben retten können.“

Glück für zwei Bauarbeiter

Das dreigeschossige Gründerzeithaus an der James-von-Moltke-Straße stürzte gestern am  Montag am späten Nachmittag ein.  Von insgesamt fünf vermissten Menschen konnten am späten Abend zwei angetroffen werden.  „Sie sind wohlauf und befanden sich zum Zeitpunkt des Einsturzes nicht im Haus“, so die Polizei. Die beiden Bauarbeiter wollten in eine der Ferienwohnungen in des eingestürzten Hauses einchecken.  Sie  hatten auswärts zu Abend gegessen. Das war ihr Glück. Vermisst werden noch zwei Frauen aus Rumänien im Alter von 25 und 26 Jahren sowie ein in Deutschland lebender Bulgare (48). Angehörige der Drei wurden von Mitgliedern des Kriseninterventionsteams betreut.

 Die Stadtwerke Görlitz arbeiteten fieberhaft an der Unterbrechung der Gasversorgung an der Unglücksstelle.  An drei Standorten wurden Gräben ausgehoben und Absperrungen gesetzt,  teilte das Unternehmen mit.  Anwohner müssten vorübergehend damit rechnen, dass die Gasversorgung ausfällt und damit Warmwasser und Heizwärme. Wie lange genau, lasse sich noch nicht zuverlässig prognostizieren. Eine Ersatzversorgung sei nicht möglich. 

Evakuierung bleibt aufrechterhalten

Statiker haben die benachbarten Wohnhäuser  und ein gegenüberliegendes Gebäude untersucht.  Die 54 Bewohner können später wieder zurück in ihre Wohnungen, wenn die Personensuche beendet ist„, so Einsatzleiter Sebastian Schramm am Dienstagvormittag auf einer Pressekonferenz.  Die meisten kamen bei Verwandten und Bekannten unter, vier in einer Herberge.

Das Haus war technisch auf dem Stand, wie es sein musste“

Bei dem eingestürzten Gebäude handelt es sich laut Polizei um ein Mehrfamilienhaus mit  Ferienwohnungen der kommunalen Wohnungsgesellschaft Kommwohnen Görlitz. „Das Haus war technisch auf dem Stand, wie es sein musste“, sage Geschäftsführer Arne Myckert. Oberbürgermeister Octavian Ursu machte sich iunmittelbar nach der Explosion ein Bild vor Ort. Er sprach von einem offenbar tragischen Unfall. „Es sieht nach einer Gasexplosion aus“, sagte er uns. „Wir sind sehr betroffen.“

Bewohner berichteten von einem lauten Knall. Ein Nachbar sagte uns: „Ich war im hinteren Zimmer. Die Wand kam fünf Zentimeter auf mich zu. Ich dachte, dass auch unser Haus einfällt. Es hat so einen Hieb gegeben.“

Aufgrund der Straßensperrungen um den Unglücksort  gelten für die Buslinien B und D bis auf weiteres Umleitungen. Die Görlitzer Verkehrsbetriebe  (GVB) teilten mit: 

Der B-Bus verkehrt direkt zwischen Demianiplatz und Südausgang via Berliner Straße und bedient dabei die Haltestellen „Postplatz“ (Richtung Rauschwalde ca. '12/'32/'52; Richtung Virchowstraße ca. '8/'28/'48 sowie „Hospitalstraße“ (Richtung Rauschwalde ca. '13/'33/'53; Richtung Virchowstraße ca. '7/'27/'47). Die Haltestellen „Berufsschulzentrum“, „An der Landskronbrauerei“, „Emmerichstraße“ und „Mühlweg“ entfallen. Der D-Bus verkehrt nur bis zum Busbahnhof bzw. setzt erst dort ein Richtung Klingewalde. Die Haltestellen „Bahnhof“, „Schillerstraße“, „Blumenstraße“ und „Hochschule/Stadthalle“ entfallen.

 

Audio:

Update 20.05.26, 05 Uhr - Polizeisprecherin Anja Leuschner
Update 19.05.2026, 10 Uhr - Eine Zusammenfassung von Knut-Michael Kunoth
Die Suche nach Vermissten dauert an. Update 05.30 Uhr von Polizeisprecherin Anja Leuschner
Knut-Michael Kunoth
Knut-Michael Kunoth im Gespräch mit Oberbürgermeister Octavian Ursu und Ordnungsamtsleiter Uwe Restetzki
Knut-Michael Kunoth im Gespräch mit einem Bewohner aus dem Nachbarhaus
Polizeisprecherin Anja Leuschner
Stimmen von Anwohnern