Flüchtlingsorganisationen kritisieren Abschiebepraxis in Sachsen
Zuletzt aktualisiert:
Der Verein Pro Asyl und der Sächsische Flüchtlingsrat haben die Abschiebepraxis im Freistaat scharf kritisiert. „Kaum irgendwo wird derzeit so brutal abgeschoben wie in Sachsen“, erklärten die beiden Organisationen am Montag. Ausländerbehörden, Justiz und Landesregierung scheine der Wille zur „Abschiebung um jeden Preis“ zu verbinden. Dabei nähmen die Behörden auch Familientrennungen in Kauf. Das Innenministerium wies die Vorwürfe zurück, will aber zwei konkreten Fällen nachgehen, die von den Organisationen als Beleg angeführt wurden. Sachsen hatte in diesem Jahr bis Anfang Juni schon knapp 1900 abgelehnte Asylbewerber abgeschoben - mehr als im gesamten Jahr 2015.