Gewerkschaft fordert bessere Job-Perspektiven für Berufseinsteiger
Gut 1.300 junge Leute im Erzgebirge beginnen in diesen Tagen ihre Ausbildung. So viele zählte die Arbeitsagentur zum Start des Ausbildungsjahres. Den Termin hat die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) zum Anlass genommen, ihre Kritik an Job-Befristungen zu erneuern. Die Gewerkschaft fordert bessere Perspektiven für Berufseinsteiger. Besonders die seien nämlich betroffen, und vor allem auch in der Nahrungs- und Genussmittelbranche. Über die Hälfte aller Übernahmen nach der Ausbildung seien dort befristet.Volkmar Heinrich, Geschäftsführer der NGG-Region Dresden-Chemnitz, spricht von einer „Unternehmer-Unsitte“: Es könne nicht sein, dass Betriebe trotz Hochkonjunktur in vielen Branchen so stark auf Befristungen setzten. „Wer als Job-Starter eine Familie gründen oder einen Kredit für die Wohnungseinrichtung bekommen will, der braucht einen sicheren Arbeitsplatz und keinen Zitter-Vertrag“, so Heinrich. Dass Berufseinsteiger besonders betroffen sind, zeigt auch die amtliche Statistik. So waren in Sachsen im vergangenen Jahr 17 Prozent der 20- bis 30-Jährigen befristet beschäftigt – Azubis nicht mitgerechnet. Das geht aus dem aktuellen Mikrozensus hervor. Danach hatten insgesamt 146.000 Sachsen lediglich einen befristeten Arbeitsvertrag – das ist immerhin jeder zwölfte Beschäftigte.Auf Unternehmer, die darüber klagen, dass sie im Gastgewerbe oder in der Ernährungswirtschaft kaum noch Fachkräfte finden, reagiert Heinrich mit einem Kopfschütteln: „Wer nach der Ausbildung nur einen Vertrag auf Zeit anbietet, der muss sich nicht wundern, dass sich Schulabgänger woanders umsehen.“ Spezialisten von morgen gewinne man nur mit guten Löhnen, attraktiven Arbeitsbedingungen und klaren Karriereperspektiven, so der Gewerkschafter. Befristungen sollten die Ausnahme und nicht die Regel sein. Zu den wirklich zwingenden Gründen einer Befristung gehörten etwa eine Probezeit oder Schwangerschaftsvertretung.