Görlitzer Justiz macht kurzen Prozess mit Autodieben

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Die Mühlen der Justiz mahlen langsam – heißt es. In diesem Fall nicht! Heute standen zwei Autodiebe in Görlitz vor Gericht. Sie hatten vor knapp einer Woche einen Opel Astra im thüringischen Breitungen geklaut.

Die beiden Polen wollten dort arbeiten, wurden aber angeblich angefeindet, bedroht und geschlagen. "Wir mussten flüchten." Deshalb hätten sie das Auto gestohlen. Auf dem Weg nach Hause ging ihnen das Benzin aus. Sie legten an der Raststätte Oberlausitz einen Boxenstopp ein, tankten knapp 18 Liter Benzin für 39.99 Euro und fuhren davon – ohne zu bezahlen. Ein Tankstellenmitarbeiter rief die Polizei.

Eine Streife versuchte, das Fluchtauto zu stoppen. Der Fahrer gab Gas, fuhr Schlangenlinien, überholte mehrfach rechts und jagte mit 120 durch eine Baustelle. In Kodersdorf verließ er die A4 und krachte in einem Kreisverkehr an der Anschlussstelle Görlitz  gegen einen Pkw.  "Die Angeklagten gefährdeten Leben und Gesundheit der Polizisten und anderer Verkehrsteilnehmer", so Oberstaatsanwalt Sebastian Matthieu.

Das Blitzurteil: 8 Monate für den Fahrer, 5 Monate und zwei Wochen für den Beifahrer. Zurück ins Gefängnis brauchen sie nicht. Die Strafen wurden zur Bewährung ausgesetzt. Der eine wird seine Freiheit aber nicht lange genießen können. Gegen ihn liegt ein Haftbefehl in Polen vor.