Einsturzgefahr nach Brand im Volkshaus Weißwasser - Schäden immens

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Autor: kmk/th

Nach dem Großbrand im Volkshaus Weißwasser laufen derzeit die Sicherungsarbeiten. Das Gebäude ist einsturzgefährdet. Der Große Saal wurde komplett zerstört. Vom Bühnenhaus stehen nur noch die Mauern. Oberbürgermeister Torsten Pötzsch befürchtet, dass die Schäden das Volkshaus komplett betreffen.   Weißwasser sei ein Stück Identität und Geschichte genommen worden.  Viele Weißwasseraner können es nicht fassen. Sie sind bestürzt.

Das Feuer war gestern Nachmittag im Oberbeschoss ausgebrochen. Die Löscharbeiten dauerten bis in die späten Abendstunden. Bis zu 140 Feuerwehrleute waren im Einsatz. Umfangreiche Ermittlungen wurden aufgenommen. Die Polizei schließt Brandstiftung nicht aus.

Angehörige des Technischen Hilfswerkes (THW) von sechs Standorten in Sachsen sind nach Weißwasser geeilt. Sie haben Messpunkte in der Außenmauer installiert. Die Sensoren sollen kleinste Bewegungen und Verwerfungen des Klinkerbaus signalisieren. Über das angrenzende Volksbank-Gebäude soll ein Schutzdach gezogen werden.

Das Volkshaus ist ein Wahrzeichen der Stadt. Es wurde 1928 im Bauhausstil errichtet. Seit dem ersten Brand vor mehr als 13 Jahren stand das Gebäude leer. Seitdem verfiel der denkmalgeschützte Klinkerbau. So wurde die Dachkonstruktion notdürftig durch einen Stempel gestützt.

Die Sanierung wurde immer wieder gefordert. Ein Förderverein und eine Interessengemeinschaft machten sich dafür stark. Im Juni vergangenen Jahres forderte der Chef der Denkmalkommission der Stadt, Karl-Heinz Melcher,  den Stadtrat zu einer Grundsatzentscheidung auf. Das Gebäude müsse unbedingt erhalten werden.  Es gebe aber keinen Betreiber, kein Nutzungskonzept und keine Finanzierung, sagte uns damals Oberbürgermeister Torsten Pötzsch.


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Reporter Knut-Michael Kunoth

Das Volkshaus wieder aufbauen oder abreißen? Wir fragten Einwohner von Weißwasser