Rekord! Eric Frenzel verewigt sich im Geschichtsbuch
Bei der Ski-WM im slowenischen Planica haben die Deutschen Kombinierer um Eric Frenzel aus Geyer im Teamwettbewerb Silber geholt. Gold gewann Norwegen.
Das deutsche Quartett mit Frenzel, Schmid, Johannes Rydzek und Olympiasieger Vinzenz Geiger scheiterte am Ende am ausgebufften Riiber, der nach viel Taktiererei und Trödelei am Ende den Schlussspurt gewann. „Dass ein Jarl Magnus Riiber nicht sonst wer ist, wussten wir. Julian hat alles gegeben. Mit dieser Silbermedaille können wir sehr, sehr glücklich sein“, sagte Frenzel in der ARD.
Dass er nun mit 18 WM-Medaillen der meistdekorierte männliche Athlet in der Geschichte von nordischen Ski-Weltmeisterschaften ist, wurde angesichts der Dramatik fast zur Nebensache. Zuvor hatte er sich die Bestmarke mit Norwegens Langlauf-Legende Björn Dählie geteilt. Als Startläufer war Frenzel zum Norweger Espen Andersen aufgelaufen und hatte das enge Rennen, das am Ende mit Österreich zu einem Dreikampf wurde, erst ermöglicht.
„Es war wirklich ein Rennen, welches beflügelnd war. Ich habe gewusst, ich kann heute nicht verlieren. Das sieht sehr gut aus“, sagte der 34 Jahre alte Olympiasieger noch während des Rennens. Frenzel jubelte mit erhobener linker Faust Richtung Tribüne, die Fans waren auf seiner Seite.
Der ganz große Zock auf Gold ist für Deutschland zwar nicht aufgegangen, für Frenzel war das 18. Edelmetall bei einer WM trotzdem jede Menge wert. An die Historie dachte er aber in diesem Moment nicht. „Das ist noch gar nicht angekommen, ich bin gedanklich noch bei dem Rennen“, sagte Frenzel. Womöglich war es das letzte große Staffelrennen seiner langen und glorreichen Laufbahn, in der es seit 2009 bei jeder WM mindestens eine Medaille gab.
Offen über ein Karriereende spricht Frenzel zwar nicht, es deutet aber einiges darauf hin. Die nächsten Olympischen Winterspiele sind drei Jahre entfernt, die junge Konkurrenz - auch in Deutschland - wird immer stärker. „Er muss so arbeiten, dass er überhaupt dran bleibt. Er muss alles wieder neu lernen. Er hat wieder alles reingelegt, hat die Ernährung umgestellt. Er ist ein Kämpfer, unglaublich“, sagte Weinbuch über Frenzel. Der 62-Jährige könnte selbst nach diesem Winter als Bundestrainer aufhören. (mit dpa)