Internationale Razzia gegen Telefonbetrüger
Bei einer europaweiten Razzia gegen Telefonbetrüger hat die Polizei allein in Deutschland 20 Personen auf frischer Tat festgenommen. Der Einsatz dauerte zwei Wochen und erstreckte sich unter anderem auch auf Polen, Österreich, Ungarn und Tschechien.
Es ging gegen den sogenannten Enkeltrickbetrug und Schockanrufe. Durch die Maßnahmen konnten fast 400 Taten und ein Schaden von insgesamt etwa fünf Millionen Euro aktiv verhindert werden. Etwa 1.000 Polizisten waren täglich an den Einsätzen beteiligt.
Die Polizeidirektionen des Freistaates Sachsen beteiligten sich mit Beamtinnen und Beamten der Kriminalpolizeiinspektionen und operativen Kräften. Die Koordination des Einsatzes im Freistaat übernahm das LKA Sachsen.
Zwei Beispiele aus Sachsen
Im Bereich der Polizeidirektion Chemnitz gab sich eine Täterin am Telefon als Polizistin aus. Die Frau teilte mit, dass die Tochter über eine rot anzeigende Fußgängerampel gegangen sei und dadurch ein heranfahrendes Auto ausweichen musste. Dieses Auto kollidierte dann mit einem anderen Fußgänger, wodurch dieser zu Tode kam. Aufgrund dessen wäre die Tochter in Untersuchungshaft genommen worden und die Geschädigte wird aufgefordert 50.000 Euro Kaution zu leisten, alternativ Wertsachen, wie Schmuck und Gold.
In einem zweiten Fall gab sich am Telefon ebenfalls eine weibliche Person als Polizistin aus und täuschte dem Geschädigten vor, dass dessen Tochter einen Verkehrsunfall verursacht hätte. Hierbei wurden 35.000 Euro Kaution gefordert.
Interessant bei den aufgeführten Fällen ist, dass die Nachnamen der Geschädigten identisch sind und Ermittlungen ergaben, dass die Anrufe von derselben Rufnummer getätigt wurden. Es wird davon ausgegangen, dass die Täter Rufnummern aus Telefonbüchern „abtelefonieren“.
In Sachsen wurden in o. g. Zeitraum insgesamt 20 Versuchshandlungen mit Geldforderungen in Höhe von 327.000 Euro bekannt. Ein eingetretener Vermögensschaden bei den Opfern ist bislang nicht angezeigt worden.