• Eine Praktikantin vom Deutschen Hygienemuseum enthüllt auf der Pressekonferenz im Audi-Bau ein Ausstellungsplakat für die Landesausstellung. © Sebastian Kahnert/dpa

    Eine Praktikantin vom Deutschen Hygienemuseum enthüllt auf der Pressekonferenz im Audi-Bau ein Ausstellungsplakat für die Landesausstellung. © Sebastian Kahnert/dpa

  • Die sechs kleineren Plakate werben für die Begleitausstellungen. © Ralph Köhler/propicture

    Die sechs kleineren Plakate werben für die Begleitausstellungen. © Ralph Köhler/propicture

Landesausstellung 2020 widmet sich 500 Jahren Industriekultur

Zuletzt aktualisiert:

Zwickau -

Ein prägnanter Titel und knalliges Gelb für das Plakat: Unter der Überschrift "Boom!" sollen im kommenden Jahr zur 4. Sächsischen Landesausstellung 500 Jahre Industriekultur lebendig werden. "Das ist die zeitgenössische Übersetzung eines alten Wortes in der Region: das Berggeschrey", sagte Klaus Vogel, Direktor des Deutschen Hygiene-Museums, am Freitag. Er stellte das Konzept der Öffentlichkeit vor. Das Dresdner Museum ist für die Ausrichtung und Koordination des Projekts zuständig.

Mit dem Titel wollen die Organisatoren das Auf und Ab in der industriellen Entwicklung des Freistaats sowie die damit verbundenen gesellschaftlichen Veränderungen aufzeigen. Man wolle nicht nur Technik-Freaks anziehen, sondern zeigen, dass Industriegeschichte von jeher auch Strukturwandel mit sich bringe, ergänzte Sachsens Kunstministerin Eva-Maria Stange (SPD). "Und mit Industrie 4.0 sind wir bereits mittendrin in der nächsten Etappe."

In markantem Gelb soll für die zentrale Ausstellung auf einer Fläche von 2500 Quadratmetern in Zwickau geworben werden. Mehr als 500 historische Objekte, Kunstwerke, Fotografien, Filme oder Installationen sollen die Besucher überraschen und die reiche Industriekultur des Landes auf unkonventionelle Weise präsentieren, wie der Kurator Thomas Spring erklärte.

In sechs thematisch und zeitlich gegliederten Abschnitten werden unter anderem der Bergbau, die Textiltradition, Karl Marx und Karl May oder auch die DDR-Zeit mit Trabi und Treuhand beleuchtet. Darüber hinaus richtet sich der Blick aber auch auf Zukunftsentwürfe und Visionen. Zudem wird immer wieder der Frage nachgegangen, welche Auswirkungen die Industrialisierung auf die Menschen hatte.

Auch die sechs Begleitausstellungen sind demnach mehr als bloße Rückschau. Vom "Autoboom" (August Horch Museum Zwickau), über den "Maschinenboom" (Industriemuseum Chemnitz) bis hin zum "Silberboom" (Silberbergwerk Freiberg): Erstmals beteiligen sich insgesamt sechs Museen als sogenannte Schauplätze neben der zentralen Ausstellung. Während in Freiberg der aktive Grubenbetrieb erlebbar gemacht wird, befasst sich beispielsweise das Chemnitzer Industriemuseum mit dem Wandel in der Arbeitswelt.

Ab Februar sollen die Bauarbeiten am zentralen Ausstellungsort in dem für die Schau angemieteten Fabrikgebäude beginnen, in dem einst auch der Trabant produziert wurde. Unter anderem ist ein temporäres Empfangsgebäude geplant. Über Rampen aus Seecontainern sollen die Besucher zur Ausstellung im ersten Obergeschoss gelangen, die von Oktober an in die Räume einzieht.

Die Kosten für die Landesausstellung vom 25. April bis 1. November 2020 belaufen sich auf rund 18 Millionen Euro. Für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre ist der Eintritt frei. Das Standardticket soll 10, eine Dauerkarte für die sechs Monate 40 Euro kosten. (Claudia Drescher/dpa)