Last-Minute-Gegentreffer verhindert Auer Heimsieg
Der FC Erzgebirge Aue hat den Sieg gegen Arminia Bielefeld in der Nachspielzeit verschenkt. Statt Platz fünf in der Tabelle sind die Erzgebirger nun Siebter. Auch weil Bertram eine Riesenchance nicht nutzte. Das rächte sich in der Nachspielzeit.Aue bettelte förmlich um den Ausgleich. Diesen erzielte Andreas Voglsammer in der Nachspielzeit für die Ostwestfalen zum 1:1 (0:1). Damit verspielten der FC Erzgebirge Aue den möglichen Zittersieg in der 2. Fußball-Bundesliga, nachdem Mario Kvesic (45.+1) vor 7500 Zuschauern per Handelfmeter die Führung erzielt hatte. Die Gäste dominierten in der zweiten Hälfte die Partie, belohnten sich aber zunächst nicht. Oft scheiterten sie am überragenden Aue-Keeper Martin Männel. Sören Bertram (83.) hätte für die Gastgeber alles klarmachen können, sein Schuss nach einem Konter sprang vom Pfosten zurück ins Feld. So kamen die Gäste, die einen vereinsinternen Rekord einstellten, nach drei Niederlagen in Serie noch zum verdienten Remis. Bislang traf die Arminia unter Trainer Jeff Saibene in allen zwölf Auswärtsspielen. Das gab es in der Zweitliga-Historie der Ostwestfalen erst einmal.„Wir haben in der ersten Halbzeit ein gutes Spiel gemacht, sind aber in der zweite Halbzeit nicht ins Spiel gekommen. Insofern war das 1:1 gerechtfertigt“, sagte Aue-Kapitän Männel. DSC-Spielführer Börner meinte: „Wir haben die erste Halbzeit total verkackt, sind schlecht ins Spiel gekommen. Am Ende wurden wir für unsere Moral belohnt.“FCE-Trainer Hannes Drews hatte seine Mannschaft leicht verändert: Malcolm Cacutalua ersetzte wie erwartete den Gelbgesperrten Rechtsverteidiger Calogero Rizzuto. Dazu spielte Philipp Riese auf der Doppelsechs, Clemens Fandrich rutschte in die offensive Dreierreihe. Bertram nahm zunächst auf der Bank platz. Pascal Köpke (8., 12.) hatte mit zwei Schüssen aus jeweils gut 20 Metern die ersten Chancen für die Hausherren. Kvesic (18., 30.) scheiterte zwei Mal per Freistoß am Gästetorwart Stefan Ortega. Auf der Gegenseite vergab Keanu Staude (41.) die beste Tormöglichkeit der Gäste. Von der Strafraumkante feuerte er einen Schuss ab, den Männel noch sehenswert zu einer Ecke abwehren konnte. Spielerisch bot die erste Halbzeit ansonsten wenig. Beide Mannschaften versuchten meist mit langen Pässen hinter die gegnerische Abwehrreihe zu gelangen. Allerdings scheiterte das meistens an der nötigen Präzision oder den aufmerksamen Defensivspielern. Das Tor resultierte dann folgerichtig aus einer Standardsituation: Nach einem erneuten Freistoß von Kvesic spielte Bielefelds Kapitän Julian Börner den Ball klar mit der Hand. Den folgerichtigen Elfmeter verwandelte Kvesic sicher. Nach dem Seitenwechsel wurde das Spiel deutlich ereignisreicher. Andreas Vogelsammer (49., 58.) vergab zwei gute Torchancen knapp. Auf der Gegenseite schoss Köpke (57.) knapp neben das Tor. Bielefeld war nun die tonangebende Mannschaft. Gegen Patrick Weihrauch (68.), Florian Hartherz (69.) und Staude (71.) parierte Torwart Männel mehrmals ganz stark und wurde zurecht vom Publikum gefeiert. In der 83. Minute passt Köpke auf den mitlaufenden Bertram. Diese ziegt freistehend aus 15 Metern ab. Der DSC-Keeper Stefan Ortega ist schon geschlagen, doch der Ball springt vom Innenpfosten zurück ins Spielfeld. Dies rächte sich: Nach einem Abstoß von Ortega verlängert Fabian Klos per Kopf in den Lauf von Voglsammer. Der setzt sich agil durch und hämmert aus vollen Lauf den Ball aus 15 Metern an Männel vorbei ins Netz.(dpa)