• Als Märchenerzähler war Christian Keilig im ganzen Erzgebirge unterwegs. © Jan Görner

    Als Märchenerzähler war Christian Keilig im ganzen Erzgebirge unterwegs. © Jan Görner

Lengefelder Märchenerzähler Christian Keilig verstorben

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Christian Keilig ist immer ein Kämpfer gewesen. Und gekämpft hat der Lengefelder Märchenerzähler Oyano wahrlich bis zum Schluss. Am 19. Juni hörte sein Herz nach langer Krankheit auf zu schlagen. Schon vor reichlich zwei Jahren wurde er mit der schockierenden Diagnose konfrontiert. Krebs.

Beinahe gleichzeig erfuhr er, dass er zum zweiten Male Großvater werden würde. So nahe können Glück und Unglück beieinander liegen. Riesig hat er sich auf seinen zweiten Enkel gefreut. Das hat ihm Auftrieb gegeben. Schließlich wollte er erleben, wie die zwei Kinder seiner beiden geliebten Töchter aufwachsen. Viel hat er mit ihnen gelacht. Immer habe er positiv gedacht, sei Optimist gewesen, liebevoll und ein Fels in der Brandung. Seine Frau Judith hat ihn nie anders erlebt. Was bleibt, sind Erinnerungen. Erinnerungen an viele schöne Momente, liebevolle Worte und tiefe Gefühle. Die gab es nicht nur mit der Familie.

Ganze Kinderscharen fesselte der Märchenerzähler allein mit seinen Worten, seinen Gesten und den Regungen auf seinem Gesicht. Das gilt in gleicher Weise für sein erwachsenes Publikum. Mit seinem besten Freund Gunnar Rug hatte er das Theater Variabel gegründet. Er schätzte ihn nicht nur, weil bei Christian Keilig der Grundsatz „ein Mann ein Wort“ gegolten hat. „Halbe Sachen kannte er nicht. Auch deshalb war er von allen im Verein sehr geschätzt“, versichert sein Freund. Unzählige Male standen die zwei gemeinsam auf der Bühne. „Christian war als Künstler sehr vielseitig und in jedem Genre zu Hause“, weiß Gunnar Rug. Auch deshalb reißt sein Tod eine große Lücke.