Mann wegen Volksverhetzung zu Bewährung verurteilt
Ein Mann aus Niederwürschnitz ist am Dienstag vorm Amtsgericht Aue wegen Volksverhetzung zu vier Monaten auf Bewährung verurteilt worden. Außerdem muss er 600 Euro an den Verein "Help" in Aue zahlen, der sich für Flüchtlinge engagiert. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der 30-Jährige im April vor einer Flüchtlingsunterkunft in Stollberg Ausländer und Betreuer bedroht und beleidigt hatte - unter anderem mit den Worten "Kanaken" und "Viehzeug". Der Angeklagte war im Wesentlichen geständig. Er habe Alkohol getrunken und sich geärgert, dass die Jugendlichen laut Musik hörten. Sein Mandant habe sich keine Gedanken gemacht, dass etwa das Wort "Viehzeug" für eine Verurteilung ausreichen kann, sagte der Verteidiger.Der Richter sprach den Angeklagten schuldig, allerdings in einem Grenzfall: Er habe niemanden verletzt und sich freiwillig entfernt.