Metaller machen Druck - Warnstreiks in Sachsen ausgeweitet
Mit Warnstreiks in Leipzig und Zwickau hat die sächsische IG Metall weiter Druck auf die Arbeitgeber aufgebaut. Bei Johnson Controls Sachsen-Batterien in Zwickau legten nach Gewerkschaftsangaben rund 200 Beschäftigte am Dienstagmittag vorübergehend ihre Arbeit nieder.
„Das bisherige Angebot der Arbeitgeber, eine Entgelterhöhung um zwei Prozent und eine Einmalzahlung von 200 Euro bei möglicher Ausweitung der Arbeitszeit, sehen wir als eine Provokation, die nicht unbeantwortet bleiben kann“, betonte Stefan Kademann von der IG Metall Zwickau. In Leipzig waren am Morgen rund 200 Beschäftigte der Maschinenbaubetriebe Kirow Ardelt, Schaudt Mikrosa und HeiterBlick in den Warnstreik getreten.
Die IG Metall fordert sechs Prozent mehr Geld und für alle bundesweit 3,9 Millionen Beschäftigten in der Metall- und Elektroindustrie die Option, ihre Arbeitszeit befristet auf 28 Wochenstunden senken zu können. Schichtarbeiter, Eltern junger Kinder sowie pflegende Familienangehörige sollen zusätzlich einen Teillohnausgleich erhalten, wenn sie ihre Arbeitszeit reduzieren. Zudem will die IG Metall die Arbeitgeber verpflichten, über die Angleichung der Arbeitszeit in Ost und West zu verhandeln. In Sachsen arbeiten rund 181 000 Menschen in der Metall- und Elektroindustrie.
Der Verband der Sächsischen Metall- und Elektroindustrie (VSME) warnte die IG Metall, den Tarifkonflikt unnötig zu verschärfen. Es gebe keinen Grund, jetzt schon zu streiken, hieß es. „Die Metallarbeitgeber haben frühzeitig - bereits in der zweiten Verhandlungsrunde - ein erstes Angebot vorgelegt, das den Beschäftigten erneut ein Reallohnplus sichert. Wir erwarten, dass sich nun endlich auch die IG Metall am Verhandlungstisch bewegt.“
Die Arbeitgeber waren bislang zu einem Lohnplus von zwei Prozent im April bereit, zudem zu einer Einmalzahlung von 200 Euro für die Monate Januar bis März. Die dritte Verhandlungsrunde für Sachsen steht am 18. Januar in Leipzig an. Die IG Metall kündigte für die kommenden Tage weitere Warnstreiks an.(DPA)