Milder Winter: Zeckensaison hat schon begonnen!

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Die Sonne scheint ins Gesicht, der Wind wird immer angenehmer und wir wollen einfach raus! Der Frühling ist da. Jetzt freuen wir uns besonders auf Spaziergänge durch Sachsens Wälder oder ein Picknick im Park. Aber Achtung: Das Deutsche Rote Kreuz warnt, dass die Zeckensaison in diesem Jahr besonders früh losgegangen ist. Nämlich bereits im März. Laut des RKI sind bei uns seitdem schon 114 Borreliose-Infektionen im Freistaat registriert worden. In Sachsen gelten 8 von 13 Landkreisen mittlerweile als FSME-Risikogebiet. Doch wie erkennen wir einen Zeckenbiss und kann man sich vor einer gefährlichen Infektion schützen? Wir haben mit Dr. Peter Sefrin, Bundesarzt des DRK gesprochen.

Zecken sind Überlebenskünstler

Neben Bayern, Baden-Württemberg und Thüringen zählt nun auch Sachsen als Zecken-Hotspot. Zecken sind bemüht, sich auf eine möglichst große Fläche auszubreiten, denn sie sind Überlebenskünstler. Sie können bei bis zu -8 Grad ohne Probleme überleben. Da wir in den vergangenen Jahren eher milde Winter hatten, hat auch die Zahl der Zeckenbisse zugenommen. Zecken sind daher immer früher und aktiver unterwegs. Sie sitzen auf Gräsern und Sträuchern bis zu einer Höhe von 1,50 Metern. Wenn Mensch oder Tier z.B. durch den Wald laufen, lässt sich die Zecke auf den Körper fallen und sucht sich eine Stelle, um sich daran zu ernähren. 

Wie kann ich mich vor einem Zeckenbiss schützen?

Wenn sie in Wald und Wiese unterwegs sind, besteht immer das Risiko eines Zeckenbisses. Um sich vor einem Zeckenbiss zu schützen gibt es jedoch einige Vorsichtsmaßnahmen. Dazu gehört:

  •  Hautbedeckende Kleidung
  • Geschlossenes Schuhwerk, die Socken sollten möglichst über die Hose gezogen werden
  • Zu Hause sollte der Körper genau abgesucht werden, besonders an feucht-warmen Körperregionen wie zum Beispiel der Achselhöhle mögen es Zecken besonders gern

Zeckenbiss - Was nun?

Falls Sie auf der Haut eine Zecke entdecken, sollten Sie diese mit einer Zeckenzange oder -karte entfernen. Dabei gibt es jedoch einiges zu beachten. Die Zecke sollte so nah wie möglich an der Haut gefasst und anschließend langsam senkrecht nach oben herausgezogen werden. Wichtig: Dabei sollte die Zecke auf keinen Fall gedreht oder gequetscht werden. Dadurch befinden sich die Tiere nämlich im „Todeskampf“ und geben ihren Speichel ab. Darin sind auch Erreger enthalten. Ziel ist es, die Zecke möglichst im Ganzen zu entfernen. Ist das Tier erfolgreich entfernt, sollten Sie es auf keinen Fall nur entsorgen oder im Klo runterspülen. Denn auch im Wasser können Zecken weiterleben. Mit einer Pinzette können Sie die Zecke nach dem Entfernen zum Beispiel zerdrücken oder in Alkohol bzw. Chlor ertränken.

Woran erkenne ich eine Infektion?

Zeckenbisse sind nicht schmerzhaft und werden daher oft nicht bemerkt. Nicht jeder Biss ist infektiös. An den Folgen können wir jedoch erkennen, ob es sich möglicherweise um eine gefährliche Infektion handelt. Das kann allerdings Tage oder auch Wochen dauern. Unter anderem kann es an der Bissstelle zu einer kreisförmigen Rötung kommen. Außerdem können auch grippeähnliche Symptome wie z.B. Fieber, Kopfschmerzen oder Gliederschmerzen hinzukommen. Nach einem Zeckenbiss sollten Sie die betreffende Stelle beobachten und bei den oben genannten Symptomen zum Arzt gehen.  

Borreliose und FSME

Es gibt zwei besonders gefährliche Infektionen, die durch einen Zeckenbiss übertragen werden können: die Frühsommerenzephalitis (FSME) und die Borreliose. Bei FSME kommt es zu einer akuten Entzündung des Gehirns, der Hirnhäute und des Rückenmarks. Damit können im Körper gefährliche Lähmungen auftreten.  2020 gab es 704 FSME-Erkrankungen, so viele wie noch nie. Akut kann die Erkrankung nicht behandelt werden. Allerdings gibt es in Risikogebieten die Möglichkeit, sich gegen FSME impfen zu lassen. Also auch bei uns in Sachsen. Das ist die einzige Möglichkeit, sich vor dieser gefährlichen Erkrankung zu schützen, so Bundesarzt Peter Sefrin. 

Borreliose wird durch Bakterien, den "Borrelia burgdorferi“ ausgelöst. Die Krankheit kann durch verschiedene Zeckenarten ausgelöst werden und betrifft vor allem die Haut, Gelenke, das Nervensystem sowie verschiedene Organe. Im Gegensatz zu FSME kann diese Krankheit jedoch akut behandelt werden. Der Arzt verschreibt dann in der Regel über mehrere Wochen Antibiotika. Wichtig ist: Je früher die Diagnose erfolgt, desto besser sind die Genesungschancen. Daher sollten Sie die Einstichstelle regelmäßig auf etwaige Symptome kontrollieren und sofort einen Arzt aufsuchen.