• markSTAHL-Geschäftsführer Roland Markert bei der Preisverleihung in Würzburg. Foto: Boris Löffert.

    markSTAHL-Geschäftsführer Roland Markert bei der Preisverleihung in Würzburg. Foto: Boris Löffert.

Mittelstandspreis geht nach Jahnsdorf und Lößnitz

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Das Unternehmen Markstahl aus Jahnsdorf hat beim Großen Preis des Mittelstandes abgeräumt. Preisverleihung war am Wochenende in Würzburg. Das Unternehmen punktete mit Innovation, sozialem Engagement in der Region und seinem Herz für die Umwelt.

Während die meisten Unternehmen outsourcen und zu Dumpingpreisen verkaufen, setze Markstahl auf Qualität statt Quantität und baue kontinuierlich sein Angebot aus, heißt es in der Jury-Begründung.

Als mittlerweile systemrelevantes Unternehmen stellt Markstahl medizin-technische Produkte her. Trotz Corona war deshalb auch keine Kurzarbeit bei dem Mittelständler notwendig. Auch Möbel und Equipment für den Pferdesport kann man von den Jahnsdorfern kaufen.

Momentan hat Markstahl 36 Angestellte und vier Praktikanten. Vor vier Jahren waren es nicht einmal halb so viele Mitarbeiter.

Außerdem unterstützt der Betrieb lokale Vereine, sponsert Reitsportveranstaltungen und die Erzgebirgsrallye zum Beispiel.

Zu guter Letzt ist Markstahl auch Vorbild, was die Umweltverträglkichkeit betrifft. Zum Beispiel wurden die Flachdächer des Unternehmensneubaus begrünt. Bald kommen noch Solaranlagen auf die Dächer, und die Energie der Drucklufttechnik wird zur Warmwasseraufbereitung und für die Heizung weiterverwendet.

Als zweiter Preisträger aus dem Erzgebirge wurde die GL Gießerei Lößnitz GmbH ausgezeichnet. Auch wenn die Gründung der Firma bereits 171 Jahre zurückliegt, sei der familiengeführte Betrieb ganz und gar nicht eingestaubt, lobt die Jury.

Der erst 26jährige Geschäftsführer Max Jankowsky versteht es wie kein Zweiter in der Branche, moderne Wege zu beschreiten. So ist der erzgebirgische Mittelständler nicht nur Vorreiter im Umweltschutz, sondern produziert seit 2019 komplett klimaneutral. Der Betrieb investierte fünf Mio. Euro in eine moderne Abluftreinigung und erneuert jedes Jahr ein paar weitere Industrieanlagen für mindestens eine Million Euro. Auch ein eigenes Bienenvolk unterhält die Gießerei.

Möglich ist das, weil das Unternehmen mit Kunden wie BMW, Audi, Porsche oder Daimler jährlich einen zweistelligen Millionenbetrag umsetzt. Für die Autobauer und deren Zulieferer produziert die Gießerei Lößnitz handgefertigte Gussteile, Vollformguss nach Holz- und Styropormodellen sowie Werkzeuggussteile.

Bundesweit waren für den Großen Preis des Mittelstandes der Oskar-Patzelt-Stiftung fast 5.000 Unternehmen nominiert. Davon alleine 335 aus Sachsen. Auch die SME AG übrigens, die ja in Pöhla ein Erzbergwerk betreibt.