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Modedesignerin aus Wünschendorf gibt Knowhow weiter

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Eine Tasche und einen Wendeschal hat Leonie Dieckmann schon selber genäht. Als nächstes folgt ein Kleid. Sie geht in die fünfte Klasse der Oberschule Lengefeld und besucht dort das Ganztagsangebot
(GTA) Mode. Das wird von der international renommierten Diplom-Modedesignerin Christine Werzner aus Wünschendorf geleitet. „Wir haben schon sehr viel gelernt. Frau Werzner zeigt uns, wie wir vorgehen sollen, lässt uns aber unsere Phantasien verwirklichen“, sagt die Elfjährige. Für die Modedesignerin selbst ist es sehr wichtig, ihre Kenntnisse und ihr Know-how vor allem an Kinder und Jugendliche weiterzugeben. Schließlich würden nur noch sehr wenige von ihnen Schneiderin oder Designerin werden. Das GTA in Lengefeld leitet sie bereits seit 17 Jahren. In Chemnitz führt sie mehrere Erwachsenenkurse und mit dem Institut für Gesundheit und Bildung in Großrückerswalde und dem Geschwister-Scholl-Gymnasium Freiberg hat sie kürzlich sogar Preise beim Wettbewerb „Marktplatz Kultur & Schule 2019“ des Kulturraums Erzgebirge-Mittelsachsen gewonnen. Ihr Geheimnis ist dabei ganz einfach. Sie fördert die Fantasie, die Interessen und die Fähigkeiten der Kinder und Jugendlichen und versieht sie mit dem notwendigen Handwerkszeug. Für das GTA an der Oberschule Lengefeld plant sie nun eine Neuerung. Sie will die mit Nähmaschinen, Bügelgeräte und großen Tischen ausgestattete Werkstatt regelmäßig verlassen. In der Natur, im Kulturcafé oder in Unternehmen möchte sie die Kinder auf andere Gedanken und Ideen bringen. „Man muss auch mal raus um neue Anregungen zu bekommen. Das ist bei uns Erwachsenen doch auch so“, meint Christine Werzner. Die Eltern der GTA-Teilnehmer stehen hinter ihr. „Ich finde es toll, dass die Kinder hier etwas lernen, das mittlerweile selten geworden ist“, versicherte Kati Krehl. Ihre Tochter Mathilda Fritzsche zählt zu den Teilnehmern, weil sie das Nähen einfach nur klasse findet. Außerdem kann sie im GTA selbst etwas herstellen, das sie auch noch nutzen kann und niemand anders hat. Dabei betonte Christine Werzner, dass es nicht darum gehe, die Kinder irgendwie zu beschäftigen. Sie gehen bei ihrer Arbeit vor wie die Profis auch. Sie entwickeln Ideen, halten diese auf Zeichnungen fest entwickeln Arbeitsblätter mit Stoffproben und Detailabbildungen setzen das alles mit Vorlagen nach Maß um. Dabei lernen sie auch den Umgang mit Nadel und Faden, mit der Nähmaschine, mit Stoffen und Garnen. „Die Kinder geben sich wirklich Mühe und sind voll dabei. Ich freue mich immer wieder, wenn ich spüre, dass ich sie erreichen und anstecken kann“, so die Kursleiterin. Gleichzeitig betonte sie, dass sie auch von den Kindern lernen würde. „Das gilt in erster Linie von ihrer Unbeschwertheit. Die möchte ich wirklich nicht mehr verlieren“, sagte die Diplom Modedesignerin.