MZ aus den USA wieder in Sachsen
Nach über 50 Jahren und einer mysteriösen Reise ist eine MZ wieder zurück in der Heimat. Der Öffentlichkeit wird die Maschine erstmalig zum Oldtimer-Herbsttreffen am heutigen Donnerstag auf Schloss Augustusburg präsentiert.
1957 wurde das Motorrad in den Motorradwerken Zschopau gebaut. Als Garagenfund tauchte es 2022 in Chicago in den USA auf. Wie die Maschine da hin kam, ist völlig unklar - nach offizieller Exportstatistik wurde nie eine MZ RT 125/2 in die USA exportiert. Der originale Tacho zeigt nur 37 Meilen an. Viel bewegt wurde sie also auch nicht.
Ein MZ-begeisterter Käufer aus New York fand die MZ in einer Zeitungsanzeige und erkannte ihren einzigartigen Zustand. „Schloss Augustusburg und die einzigartige Sammlung des Motorradmuseums sind unter MZ-Liebhabern auf der ganzen Welt bekannt. So war für mich schnell klar, dass diese ganz besondere MZ wieder zurück nach Deutschland gehört“ so Markus Laine, ehemaliger Besitzer der MZ RT 125/2.
Jedes Teil ist original sehr gut erhalten. Dazu zählen auch der Tacho, die Reifen aus Riesa oder das Bordwerkzeug. Die MZ wartet in Metalleffekt Grün mit einem Chromtank und einem Bremslicht auf. Das ist eine Auffälligkeit, denn Bremslichter wurden erst Ende August 1957 in Serie eingebaut. Wahrscheinlich handelt es sich daher um eine der ersten dieser Baureihe. Eine weitere Besonderheit sind der originale Vergaser (BVF) und die Lenkerarmaturen, denn diese sollten für den regulären Export in den US-Markt eigentlich durch englische Bauteile ersetzt werden. Auch das ist ein Hinweis darauf, dass die MZ nicht zum Einsatz kam.