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Nach schwerem Unfall: Wie weiter bei der Weißeritztalbahn?

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Es hatte für großes Aufsehen gesorgt: Am 19. August krachte ein LKW gegen eine Lok der Weißeritztalbahn in Dippoldiswalde. Der 49-Jähriger Lasterfahrer hatte die Bahn anscheinend übersehen. Die Folgen: Fünf verletzte Fahrgäste in der Bahn - und ein hoher Schaden. 

Um die tonnenschwere Lok wieder auf die Gleise zu heben, musste ein Kran aufgebaut werden. Tagelang war kein Betrieb auf der Weißeritztalbahn möglich. Schon damals stand fest: Der Schaden, er ist kein geringer. Mirko Froß, der Leiter der Sächsischen Dampfeisenbahngesellschaft (SGD), zog eine bittere Bilanz. Allein bei der Lok rechnete er mit 50.000 Euro Invention. Hinzu kämen die beschädigten Gleisanlagen (20.000 Euro) und ein umgekipptes Schalthaus (100.000 Euro). Macht in Summe um die 150.000 bis 200.000 Euro.

Mittlerweile wurde die Lok auf Herz und Nieren in der Werkstatt Oberwiesenthal überprüft. „Es sind mehrere große Komponenten stark beschädigt“, so Werkstattleiter André Dörfelt zu den Schäden an der Unfalllokomotive der Weißeritztalbahn. Demzufolge hat die Speisepumpe einen Bruchschaden am Gehäuse erlitten. Sie pumpt dauerhaft Wasser aus dem Vorratsbehälter in den Lokomotivkessel und ist damit ein besonders wichtiges Bauteil. Durch die beim Zusammenstoß und die Entgleisung wirkenden Kräfte, wurde am ersten Kuppelradsatz die Radsatzwelle verbogen. Außerdem müssen Teile der Zugvorrichtung neu gebaut werden. Am Rahmen wurden keine Verbiegungen und Brüche festgestellt werden.

Einige Teile sind schon repariert und angebaut worden. Daran sind einheimische Unternehmen beteiligt. „Eine neue Radsatzwelle für die Kuppelachse wurde Dank der schnellen Arbeit von Maschinenbau Stankus in Lengefeld schon fertiggestellt. Sie wird nun in Tharandt in die Radkörper eingepresst“, sagte Dörfelt. Der geknickte linke Wasserkasten ist bei Metallbau Schreiter in Jöhstadt in Arbeit. Die Zugstange ist bereits neu gebaut. Viel Aufwand erfordert die Reparatur des Pumpen-Gehäuses. Für die Neufertigung des Gehäuses muss dieses neu konstruiert werden. Das übernimmt die Lokwerkstatt Oberwiesenthal im eigenen Haus.

„Zur Dauer der Reparatur können wir noch keine Aussage treffen“, so Dörfelt. Er hoffe, dass die Bahn pünktlich zu „Bimmelbahn und Lichterglanz“ am ersten Adventwochenende wieder auf Tour gehen kann.