Naturschutzzentrum Erzgebirge wird 25 Jahre alt
25 Jahre schon gibt es das Naturschutzzentrum Erzgebirge. Anfang September sollte das Jubiläum im Sauwald gefeiert werden, aber wie so vieles fiel auch das wegen Corona aus.
Die erste Naturschutzstation gab es in Zwönitz, dann folgten die in Pobershau und in Dörfel. Alle Einrichtungen verfolgen von Anfang an das Ziel selten gewordene Biotope zu schützen und Umweltbildung ganz praktisch zu vermitteln.
Ein großes Thema sind dabei die artenreichen Erzgebirgswiesen. Auf etwa 300 Flächen, insgesamt 220 Hektar groß, wachsen Bärwurz, Knabenkräuter und Kreuzblümchen, auch seltene Seggen und Sonnentau. Biotope wurden angelegt und gepflegt: Teiche wie die am Henneberg bei Johanngeorgenstadt, Feuchtstandorte bei Elterlein, kleine Moore, Hecken auf der Zwönitzer Flur oder Lebensraum für Kreuzottern und Waldeidechsen.
Es gibt Fachexkursionen und den Lehrpfad am Sauwald. Alles ist aber nur möglich, mit Hilfe von vielen Freiwilligen. Auch junge Leute engagieren sich, zum Beispiel hilft die Naturschutzjugend Sachsen bei der Biotoppflege im Zechengrund bei Oberwiesenthal.
Nachdem in den ersten Jahren die Hauptaufgabe darin bestand, funktionsfähige Strukturen aufzubauen und zum Beispiel die artenreichen Wiesen wieder in Pflege zu bringen, ist die Arbeit zum Schutz der Biodiversität vielfältiger und kooperativer geworden.
Claudia Pommer, Leiterin des NSZ sagte: „Die Welt um die Schutzgebiete hat deutlich an Vielfalt verloren. Die Listen der bedrohten Biotoptypen und Arten sind landes- und bundesweit länger, die Schutzbedürftigkeit vieler Arten ist größer geworden. Nur einzelne Arten oder Kleinflächen zu schützen reicht langfristig meist nicht mehr. Wir müssen alle Register ziehen und heute viele Akteure mit zahlreichen Maßnahmen zur Reaktivierung biologischer Vielfalt, aber auch zur Bildung für nachhaltige Entwicklung ins Boot holen“.
Sie blickt positiv in die Zukunft. „Ich bin voller Hoffnung. Wir Menschen können durch unser Handeln die Zukunft beeinflussen, indem wir kreativ und schnell handeln. Heute und in den kommenden Jahren kommt es darauf an. Schließlich ist unsere heimische Natur nicht nur Lebensgrundlage und Lebensversicherung, sondern auch etwas faszinierend Schönes. Und so hoffe ich, dass wir viele begeistern werden sich für biologische Vielfalt zu engagieren!“
Weiterführende Informationen: www.naturschutzzentrum-erzgebirge.de