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Kaufhof Chemnitz bleibt geöffnet

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Der von Schließung bedrohte Kaufhof in Chemnitz ist gerettet - das Warenhaus im Herzen der Stadt bleibt weiterhin geöffnet. Der Vorsitzende der Geschäftsführung des Karstadt-Kaufhof-Konzerns, Miguel Müllenbach, informierte am Freitavormittag persönlich die Chemnitzer Mitarbeiter. Demnach will Deutschlands letzter großer Warenhauskonzern nach Zugeständnissen der Vermieter sechs Filialen weniger schließen als ursprünglich geplant, auch Chemnitz bleibt geöffnet.

Für die Warenhäuser in Chemnitz, Dortmund, Nürnberg, Goslar, Potsdam und Leverkusen gebe es wieder eine Zukunftsperspektive, teilte Müllenbach am Freitag auch in einem Mitarbeiterbrief mit. Rund 750 Mitarbeiter behalten dadurch ihren Arbeitsplatz. In Chemnitz sind es rund 150 Beschäftigte, die jetzt wieder eine Perspektive haben.

In schwierigen Verhandlungen sei es gelungen, die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen so anzupassen, dass die Filialen fortgeführt werden könnten, betonte der Manager, der selbst das Verhandlungsteam führte. Für die übrigen 56 Warenhäuser auf der Schließungsliste gebe es angesichts hoher Mieten und soziodemographischer Standortnachteile allerdings weiterhin „keine wirtschaftliche Fortführungsperspektive“. Erst vor zwei Wochen hatte der Handelsriese zum Entsetzen vieler Mitarbeiter und der betroffen Kommunen die Schließung von insgesamt 62 Filialen in 47 Städten angekündigt.

Die Chemnitzer Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig freut sich über die Nachricht. „Diese Entscheidung ist weiter Ansporn, als Stadt unseren Beitrag für eine lebendige Innenstadt, die viele Chemnitzer und Gäste anlockt, zu leisten. Mein Dank gilt den Beschäftigten, allen die sich an den Unterstützungsaktionen - unter anderem der Unterschriftenaktion und der Menschenkette - beteiligt haben.“

Auch Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig begrüßte die Entscheidung. „Das ist eine sehr gute Nachricht für Chemnitz. Der Kampf vor allem der Beschäftigten hat sich gelohnt. Nun heißt es, das Haus so weiterzuentwickeln, dass es eine gute Zukunft hat. Der Einsatz hat sich gelohnt. Jetzt heißt es, die Chance zu nutzen“, so Dulig in einer ersten Reaktion. Der Wirtschaftsminister hatte sich am Dienstag mit Mitarbeitern des Hauses getroffen.

Galeria Karstadt Kaufhof war durch die pandemiebedingte Schließung aller Filialen in eine schwere Krise geraten und hatte Anfang April Rettung in einem Schutzschirmverfahren suchen müssen. Der Konzern rechnet durch die Pandemie und den durch sie ausgelösten Konjunkturabschwung bis Ende 2022 mit Umsatzeinbußen von bis zu 1,4 Milliarden Euro. (mit dpa)

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