• Schäfer Gerhard Schmidt aus Horka bei Kamenz: Wir erhalten Schweigegeld.

  • Elektrozäune, Herdenhunde... Der Aufwand für die Schäfer ist hoch. Einige haben schon aufgegeben.

Offener Brief: Sächsische Tierhalter fordern Regulierung der Wolfsbestände

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 Eine Regulierung der Wolfsbestände haben sieben Nutztierhalter- und Jagdverbände in Sachsen gefordert. Artenschutz sei richtig und wichtig. Es dürfe aber nicht sein, dass eine Tierart zu Lasten der anderen bevorzugt werde, heißt es in einem Offenen Brief an Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer, der heute in Panschwitz-Kuckau unterzeichnet wurde. Die Verfasser fordern Kretschmer auf, sich für die Belange der Tierhalter auf Bundesebene einzusetzen.

Die Verbände verlangen Bestandsgrenzen und den Abschuss von Problemwölfen. Schutzmaßnahmen wie stromführende Zäune reichten nicht mehr aus. Zugleich weisen die Unterzeichner auf den Aufwand für die Nutzzierhalter hin. „Immer mehr Weidetierhalter geben auf.“ Wolfsrisse in Sachsen hätten rasant zugenommen. Der  Landesbauernverband weiß von 212 geschädigten Weidetieren in diesem Jahr.   Dagegen waren es 84 bis Mitte April vergangenen Jahres. 

Den Brief hat auch der Bautzener Landrat Michael Harig unterschrieben.  Es gehe um eine vernünftige Balance von Artenschutz und Weidehaltung. „Bei der grenzenlosen Entwicklung der Wolfspopulation werden wir bald keine Weidetierhaltung mehr haben“, sagte er.

Belastbare Zahlen, wie viele Tierhalter wegen des Wolfes aufgegeben haben, gibt es offenbar nicht. In Sachsen sei in den vergangenen zwei Jahren die Zahl der Schafe um rund 4.500 zurückgegangen, so Regina Walther vom Sächsischen Schaf- und Ziegenzuchtverband. Die Betriebe müssten einen hohen Aufwand betreiben. Und einen hundertprozentigen Schutz für die Tiere gebe es nicht.  

Audio:

Schäfer Gerhard Schmidt

Regina Walther, Sächsischen Schaf- und Ziegenzuchtverband Sachsen

Der Bautzener Landrat Michael Harig