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Pistorius inspiziert künftigen Bundeswehrstandort in Bernsdorf

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Der Weg für den neuen Bundeswehrstandort in Bernsdorf bei Kamenz ist frei. Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius und Ministerpräsident Michael Kretschmer haben am Mittwchnachmittag auf dem Gelände im Ortsteil Straßgräbchen symbolisch das Projekt gestartet. In den nächsten Jahren sollen 700 Soldaten des Logistikbataillons 471 stationiert werden. Errichtet wird eine neue Kaserne mit Übungsplatz und Schießanlage. Geplant sind bis zu 800 Dienstposten.

Im Beisein von Ministerpräsident Michael Kretschmer, dem Bautzener Landrat Udo Witschas und Bürgermeister Harry Habel betonte der SPD-Politiker die Bedeutung des neuen Standortes für den Ausbau der Wehrfähigkeit des Landes. „Für mich als Verteidigungsminister geht es natürlich darum, unsere Kriegs- und Verteidigungsfähigkeit der Bundeswehr zu erhöhen. Genau darum geht es in diesen Zeiten, in denen sich die Bedrohungslage in Europa weiter verstärkt.“, erklärte Pistorius. Es gehe darum, die Bundeswehr in den Stand zu versetzen, um weiter abzuschrecken. Dabei spiele nach Ansicht des Ministers die Logistik eine wichtige Rolle.

Der Bautzener Landrat Udo Witschas sieht in dem neuen Standort eine große Chance für die Zukunft der Region. „Es ist ein ganz großer Tag für den Landkreis Bautzen. Hier wird heute nicht nur regionale, sondern auch Landes- und Bundesgeschichte geschrieben. Es ist die erste Kaserne der Bundeswehr, die neu eröffnet werden wird.“, erklärte der CDU-Kreischef. Es hänge viel Hoffnung für die nächsten Jahre daran. „800 Dienstposten - das heißt Fachkräftezuwanderung, Kaufkraft, das heißt aber auch dauerhafte wirtschaftliche Entwicklung.“, so Witschas. Solch ein Batallion werde 2.500 bis 3.000 Arbeitsplätze im Dienstleistungssektor langfristig sichern. 

Aktuell laufen die Planungen für den neuen Standort auf dem ehemaligen NVA-Gelände. Investiert wird ein hoher dreistelliger Millionenbetrag. Bis wann die Bundeswehr den neuen Stützpunkt beziehen wird, ist allerdings noch nicht bekannt. Das Areal in Bernsdorf hatte sich laut Pistorius gegen 20 weitere Bewerbungen – auch aus der Oberlausitz durchgesetzt. Hoyerswerda und Weißwasser waren ebenfalls im Rennen und sind im Dezember leer ausgegangen.

Die Bundeswehr will in den kommenden zehn Jahren rund 700 Millionen Euro in ihre Infrastruktur in Sachsen investieren. Manches sei bereits in der Planung oder in der Realisierungsphase, sagte Pistorius. Für die Unteroffiziersschule des Heeres in Delitzsch seien 134 Millionen Euro vorgesehen, für Neubau und Sanierung des Materiallagers in Zeithain 71 Millionen Euro und für Investitionen in die Offiziersschule des Heeres in Dresden 106 Millionen Euro. 

Audio:

Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius