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Politiker häufiger Ziel rechter Hetze - Besonders in Sachsen

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Bundes­weit werden Amts- und Mandats­träger im Zusam­men­hang mit der Flücht­lings­po­litik belei­digt, bedroht oder angegriffen. 202 Fälle zählte das Bundes­kri­mi­nalamt in den ersten sechs Monaten dieses Jahres, 45 gab es allein in Sachsen - und zwar nur im ersten Quartal. Halbjah­res­zahlen liegen beim zustän­digen Opera­tiven Abwehr­zen­trum (OAZ) in Leipzig noch nicht vor. „Im Jahr 2016 setzt sich mit bereits 45 Straf­taten in den ersten drei Monaten der steigende Trend von Angriffen auf Amts- und Mandats­träger im Zusam­men­hang mit dem Thema Zuwan­de­rung fort“, sagte OAZ-Sprecherin Anke Müller. Im ganzen Jahr 2015 waren in Sachsen 57 Fälle gezählt worden. Gut die Hälfte der aktuellen Fälle waren den Angaben zufolge klar rechts motivierte Taten. 22 Sachver­halte hätten bislang keinem Phäno­men­be­reich eindeutig zugeordnet werden können, meinte Müller. Bei den Delikten ging es in 18 Fällen um Belei­di­gung. Sachbe­schä­di­gungen gab es in neun Fällen. Bedro­hungen und das Verwenden von Kennzei­chen verfas­sungs­wid­riger Organi­sa­tionen folgen mit jeweils fünf Fällen. „Auch wenn Gewalt gegen Personen bei der Tatbe­ge­hung im 1. Quartal 2016 keine Rolle gespielt hat, werden Sachbe­schä­di­gungen weiterhin bei der Tatbe­ge­hung billi­gend in Kauf genommen“, sagte Müller. Von den Straf­taten im 1. Quartal seien mit Stand 15. April 21 aufge­klärt worden. 22 Tatver­däch­tige habe man ermit­telt.„Nach der Krimi­na­li­täts­sta­tistik des Innen­mi­nis­te­riums hat sich die Anzahl der Straf­taten gegen Amts- und Mandats­träger im Zusam­men­hang mit dem Thema "Zuwan­de­rung" allein im vergan­genen Jahr mehr als verzehn­facht“, sagte der stell­ver­tre­tende Geschäfts­führer des Sächsi­schen Städte- und Gemein­de­tages, Ralf Leimkühler. „Nach unserem Eindruck dürfte die Dunkel­ziffer noch höher sein, da viele Kommu­nal­po­li­tiker ein "dickes Fell" haben und sich seltener als andere mit einer Anzeige an die Polizei wenden.“ Er rief Bürger­meister auf, Straf­taten auch zur Anzeige zu bringen. (DPA)