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Polizei veröffentlicht kuriose Fälle aus 2020

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Die Polizeidirektion Chemnitz hat wieder die kuriosesten Fälle aus dem vergangenen Jahr 2020 veröffentlicht. Darunter sind auch wieder Geschichten zum Schmunzeln aus dem Erzgebirge. Viel Spaß beim Lesen:

1. Ominöse Kriminalfälle

Anfang Januar hatte ein Passant auf einem Parkplatz in Oelsnitz/Erzgeb. einen Sattelauflieger bemerkt, bei dem vier Räder fehlten. Einen Diebstahl vermutend, hatte der Mann die Polizei verständigt. Diese konnten den Halter des Aufliegers ausfindig machen. Es stellte sich heraus, dass die Räder nicht gestohlen worden waren. Vielmehr hatte der Eigentümer sie zum Zwecke einer neuen Lackierung abgebaut.

Im April wollte ein Mann in Carlsfeld Ostergeschenke verstecken. Dabei war er auf einer Wiese auf Munition gestoßen, hatte diese ausgebuddelt und letztlich seinen Fund in einem Messengerdienst gepostet. Prompt kam die Aufforderung, die Polizei zu verständigen. Gesagt, getan. Die Beamten stellten das Geschoss, in dem sich ein Brandsatz hätte befinden können, sicher. Auch wenn hier kein Schaden eintrat – Fundmunition, egal wie groß oder klein, immer am Fundort belassen und sofort die Polizei verständigen!

Den Diebstahl eines Haufens Zierkies hatten Anwohner aus Wolkenstein im Juli gemeldet. Vor Ort stellte sich heraus, dass die Steinchen keineswegs gestohlen worden waren. Vielmehr hatte sie ein Angehöriger bereits, wie vorgesehen, breitgerecht.

Zu kleinen rötlichen Häufchen an der Treppe eines Wohnhauses in Schwarzenberg wurde die Polizei im August gerufen. Der Hausbewohner hatte dabei den Verdacht auf Sprengstoff geäußert. Beamte nahmen sich der Sache an und konnten herausfinden, dass von einem Balkon Kakaopulver heruntergefallen war. Der Verursacher rückte anschließend mit Besen und Kehrblech den Häufchen schließlich zu Leibe.

Wegen eines seit dem Vorabend auf einem Kita-Gelände schaukelnden Kindes kamen Beamte an einem Dezembermorgen in Flöha zum Einsatz. Doch bei der polizeilichen Prüfung war das Spielgerät verwaist. Dennoch konnte der Fall geklärt werden – eine Bake im Bereich des Spielplatzes erweckte aus dem Blickwinkel der Hinweisgeberin den Eindruck eines schaukelnden Kindes.

2. Natürliches und Menschliches

Im Februar rief eine Frau mitten in der Nacht die Polizei, da in Lauter-Bernsbach ein Mann an das Auto, in dem sie saß, herangetreten war, ans Fenster klopfte und ihr seine Liebe gestand. Wie sich herausstellte, hatte er offenbar nach nicht unerheblichem Alkoholgenuss den Mut gefasst, seiner flüchtigen Bekannten diese Offerte zu machen.

Auf einen Spielplatz in einem Halsbrücker Ortsteil wurden Polizisten im März gerufen, da sich ein älterer Mann in einem Gebüsch verstecken sollte. Dort hatte sich tatsächlich ein Mann in einem Gebüsch verborgen, denn er hatte mit seinen Enkelkindern Verstecken gespielt.

Wegen einer Pilzvergiftung waren im Oktober Rettungskräfte nach Jahnsdorf gerufen worden. Doch ursächlich waren nicht die klassischen Waldpilze, wie im Herbst zu vermuten. Vielmehr hatten vier Jugendliche „magische Pilze“ verzehrt. Nicht ohne Folgen – das Quartett klagte unisono über Übelkeit und Erbrechen. Neben einem Krankenhausaufenthalt folgte auch eine Anzeige wegen Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz.

Geschenke vor ihrer Tür und ein anschließend vor dem Haus wartender Herr, bewegten im Dezember eine Frau in Lößnitz, die Polizei zu rufen. Zudem hatte der Mann ein Herz aus Teelichtern vor dem Haus formiert. Es stellte sich heraus, dass er die Dame auf Bildern im Internet gesehen hatte und ihr so seine Gefühle zum Ausdruck bringen wollte. Nach der persönlichen Begegnung war dann aber für beide klar, dass es keine gemeinsame Zukunft geben wird.
 

3. Verdächtige Geräusche und verräterische Zeichen

Eine Person mit einer Lampe am Felsrand, die nicht auf Ansprechen reagiert, führte Polizeibeamte an einem frühen Januarmorgen zur Eibenstocker Talsperre. Doch der Mann befand sich in keiner hilflosen Lage – er fertigte Nachtaufnahmen der tollen Umgebung.

4. Tierisches

Im Juni wurde der Polizei eine „Auseinandersetzung“ auf einem Spielplatz in Schwarzenberg gemeldet. Laut Passanten waren dort eine Schlange und eine Katze aneinander geraten. Kurz darauf erschien auch eine Anwohnerin, die ihren Schützling – die Schlange – suchte. Wie sich heraus stellte, hatte ein Kind der Frau die Scheibe des Terrariums aufgeschoben. Dies hatte die etwa zwei Meter lange, ungiftige Kornnatter sogleich für eine Flucht ausgenutzt. Offenbar blieben beide „Kontrahenten“ unverletzt. Für die Natter ging es zurück ins Terrarium. Die Katze hatte sich bereits vor dem Eintreffen der Polizisten einer Befragung entzogen.

Tiere auf der Fahrbahn werden der Polizei recht häufig gemeldet. Oftmals handelt es sich um Kühe, Schafe oder Pferde. Dass ein Esel auf der Fahrbahn steht, ist dagegen eher selten, dennoch so geschehen an einem Abend im November in Lauter-Bernsbach. Gegen 22.00 Uhr hatten alarmierte Beamte das Grautier mit Hilfe der Hinweisgeberin zurück ins Gehege gebracht. Das Huftier war damit offenbar aber unzufrieden. Keine zwei Stunden später gab es abermals die Meldung „Esel auf der Fahrbahn“. Das störrische Tier wurde erneut eingefangen und die Gewahrsamnahme final im Gehege durchgesetzt. (Polizeidirektion Chemnitz)