„Schwimmender Professor“ auf dem Weg durchs Elbtal
Ein Wissenschaftler der Hochschule Furtwangen will fast 1.100 Kilometer durch die Elbe schwimmen - auch durch Sachsen. Auf seinem Weg nach Cuxhaven ist Professor Andreas Fath am Donnerstagnachmittag auch in Bad Schandau vorbeigekommen. Dort legte er eine Pause ein und stand Reportern Rede und Antwort.
Am Freitagnachmittag wird Fath in Dresden an der Augustusbrücke erwartet, später durchquert er Meißen, Riesa, Magdeburg und Hamburg. Bei seinen Stationen wird er Wasserproben auf Mikroplastik und andere chemische Spuren untersuchen. Dafür trägt er einen Sensor direkt am Neopren-Anzug. IAm 10. September will er am Ziel sein, die Elbmündung in Cuxhaven erreichen. Pro Tag legt er zwischen 40 und 50 km zurück. „Das ist anstrengend, aber für sauberes Wasser kann man sich schon mal anstrengen und 50 km schwimmen“, so der Chemie-Professor, der in seiner Jugend Hochleistungsschwimmer war und im Sommer täglich seine 3 km im Freibad trainiert.
Die Aktion ist nötig. Denn die Elbe ist in keinem guten Zustand. Laut Julia Harzdorf vom Landesumweltamt ist die Gewässerqualität der Elbe in Sachsen als unbefriedigend eingeordnet. Nur 6,6 Prozent aller sächsischen Gewässer seien in einem guten Zustand. Prof. Fath weist vor allem auf die Gefahr von Plastikabfällen am Ufer und im Wasser hin, die zu langlebigem Mikroplastik zersetzt werden und dann im Fisch, anderen Wassertieren und letztlich auch im Menschen landen. Er selbst habe sich zweimal beim Schwimmen in der Elbe verschluckt und musste sich im Anschluss übergeben.
Begleitet wird die Elbe-Durchquerung von Bildungsangeboten und einem Film-Team. Schüler der Oberschule Königstein lernten so für ein Umweltprojekt. Ein eigenes Film-Team dreht die Reise des Professors, die Ende des Jahres in ausgewählten Kinos deutschlandweit als Dokumentation laufen soll.
Der als „schwimmender Professor“ bekannt gewordene 59-jährige startete letzten Freitag an der Elbquelle im tschechischen Riesengebirge seine neueste Gewässerschutz-Aktion. Zuvor hatte er bereits den gesamten Rhein, die Donau und den Tennessee River durchschwommen.
Die Reise durch die Elbe lässt sich im Internet nachverfolgen.