• Der Angeklagte bestreitet die Vorwürfe. © Frank Vacik

Prozess in Aue wegen Kindesmissbrauchs

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In Aue steht ein Mann vor Gericht, der vor etwa 20 Jahren ein minderjähriges Mädchen fünfmal sexuell missbraucht haben soll. Er ist Mitte 50 und war damals Lehrer und Judotrainer. Übergriffig geworden sein soll der Mann in einer Jugendherberge in Österreich, wo er mit dem Mädchen zu einem Wettkampf weilte, und bei einer Judo-WM in einem Pariser Hotelzimmer. Beim ersten Mal war das Mädchen laut Anklage zehn Jahre alt.

Doch warum die Anzeige nach 20 Jahren? "Meine Mandantin hat Schuldgefühle gegenüber einem anderen Opfer, ebenfalls einem Mädchen, entwickelt. Hätte sie damals etwas gesagt, wäre dem Mädchen das vielleicht erspart geblieben", erklärt die Opferanwältin Dana Kubon-Gerber. Denn schon vor einem Jahr stand der Lehrer in Aue vor Gericht. Auch damals der Vorwurf: Missbrauch einer Zehnjährigen. Mangels Beweisen war der Angeklagte freigesprochen worden. Die Berufung der Staatsanwaltschaft läuft noch.

Auch die Vorwürfe am Mittwoich stritt der Pädagoge ab. Sie hätten nur ein rein freundschaftliches Verhältnis gehabt. Sein Verteidiger sagte, die Vorfälle habe es überhaupt nicht gegeben. Der Prozess wird fortgesetzt.

Audio:

Opferanwältin Dana Kubon-Gerber

Verteidiger Reinhard Röthig

Nadine S., mutmaßliches Opfer