Rassismus-Vorwürfe gegen Chemnitzer Polizei

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Die Chemnitzer Polizei soll gegenüber einer Familie aus Kenia gewalttätig und rassistisch aufgetreten sein. In einem Brief, der im Internet kursiert, wird den Beamten vorgeworfen, eine Frau beleidigt und verletzt zu haben. Auch ihr Mann soll verletzt worden sein.

Der Vorfall ereignete sich im Januar, als die Polizei nachts wegen Ruhestörung mehrmals in der Wohnung der Afrikanerin anrückte. Die Frau soll dem Bericht zufolge dann mit verbunden Augen zu einer Wache gebracht worden sein, wo sie offenbar weiter erniedrigt wurde. Sie habe sich nackt vor männlichen Polizeibeamten ausziehen müssen, heißt es in dem Schreiben

Nach Darstellung der Polizei war die Kenianerin betrunken und bei dem Einsatz nicht kooperativ. Man habe sie deshalb in Gewahrsam nehmen müssen. Die Durchsuchung auf dem Revier soll entgegen der Behauptung durch Polizistinnen durchgeführt worden sein. Weil die Frau über Schmerzen an den Handgelenken geklagt habe, sei sie in ein Krankenhaus gebracht worden. Nach ambulanter Behandlung sei sie wenig später entlassen worden, erläuterte die Polizeisprecherin.

Die Vorwürfe sollen jetzt geprüft und der Staatsanwaltschaft vorgelegt werden. Bei der Polizeidirektion Chemnitz wurden inzwischen Ermittlungen wegen des Verdachts der Körperverletzung im Amt eingeleitet, wie eine Sprecherin am Samstag mitteilte.