Sachsen reduziert Zahl der Corona-Impfzentren ab Juli

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Sachsen will die Zahl seiner Impfzentren ab Juli reduzieren und die Immunisierung immer mehr in die Hände der Haus- und Betriebsärzte legen. Nach den am Dienstag vorgestellten Plänen bleiben von den ursprünglichen 13 Impfzentren in den Landkreisen und kreisfreien Städten sowie den beiden zusätzlichen in Plauen und Grimma nur die Einrichtungen in Chemnitz, Dresden und Leipzig übrig. Zudem sollen alle 30 mobilen Impfteams weiter im Einsatz sein, die nun vor allem die Versorgung der Dorfbewohner übernehmen. Mit dieser Struktur sind Kosten in Höhe von 63 Millionen Euro verbunden, wovon der Bund die Hälfte zahlt. Sie gilt bis 30. September.

Momentan werden in den Impfzentren täglich rund 19.000 Dosen verabreicht. Für etwa die gleiche Menge sorgen rund 1850 an der Impfkampagne beteiligten Hausärzte. Künftig sollen die Impfzentren und die mobilen Teams eine Kapazität von 8.800 Impfungen haben. "Wir kommen in Sachsen mit dem Impfen gut voran", sagte Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD). Sie erhalte aber auch viele Zuschriften von Menschen, die keinen Termin bekämen. "Bitte haben Sie noch ein Stück weit Geduld", bat sie. Es würden nun mehr Impfstoffe nach Sachsen kommen, jeder erhalte ein Angebot.

Laut Köpping wurden bisher in Sachsen 1,27 Millionen Dosen gespritzt. 923.758 Menschen hätten eine Erstimpfung erhalten, das entspreche einer Impfquote von 22,7 Prozent (bundesweit: 23,9 Prozent). Zudem hätten 347.366 Menschen eine zweite Impfung erhalten. Die Quote von 8,5 Prozent liege hier etwas über dem Bundesdurchschnitt. Schon in der kommenden Wochen sollen Hausärzte 146.000 Dosen erhalten und damit mehr als die Impfzentren (116.000).

Die Ministerin hofft, dass sich weitere Hausärzte am Impfen beteiligen. Je mehr mitmachten, desto mehr Impfstoff erhalte Sachsen. Noch ist nicht entschieden, ob Impfzentren am Abend jeden Tages nicht verwendete Dosen an Interessenten abgeben, die keinen Termin haben. Das soll nun mit dem Deutschen Roten Kreuz als Betreiber der Impfzentren geklärt werden. Köpping zufolge besteht das Ziel darin, bis zum Sommerende die sogenannte Herdenimmunität zu erreichen. Dazu müssten 70 bis 80 Prozent der Bevölkerung einen Impfschutz haben. (dpa)