++ EIL ++

Sachsenforst kämpft gegen Borkenkäfer

Zuletzt aktualisiert:

In den sächsischen Wäldern herrscht zurzeit die größte Borkenkäfer-Plage seit über 70 Jahren. Nächste Woche Donnerstag und Freitag beraten Experten im Tharandter Wald zwischen Dresden und Freiberg, wie der Holz-Schädling bekämpft werden kann. Momentan sind 340.000 Kubikmeter Fichtenholz befallen. Das ist jetzt schon mehr als im Rekordjahr 1947, als 300.000 Kubikmeter befallen waren. Sturmschäden und lange Trockenheit haben es den Käfern leicht gemacht, sich zu vermehren. Lutz-Florian Otto von Sachsenforst hat unserem Sender gesagt, dass Larven und Puppen den kalten Winter kaum überstehen. Aber die Käfer, die unter der Rinde leben, müssten radikal bekämpft werden. Alle befallenen Bäume müssten erkannt und gefällt werden. Das Totholz werde aus dem Wald gebracht und möglichst verbrannt. Das Holz zu entrinden und nur die Rinde zu verbrennen, sei zu aufwändig. Zwar könnte dann das Holz noch verkauft werden; aber da der Markt gesättigt sei, lohne sich das nicht. Fressfeinde wie der Specht oder die Larve vom Ameisen-Buntkäfer können kaum helfen; sie können die große Menge an Borkenkäfern gar nicht bewältigen. Zum Teil müssen die Forstarbeiter Insektizide versprühen. Dafür bittet Sachsenforst um Verständnis. Wenn jetzt nicht radikal eingegriffen werd, wäre die Lage nächstes Jahr noch schlimmer. Langfristig hilft nur den Waldumbau mit weniger Fichten und mehr Laubbäumen. Betroffen sind zurzeit vor allem die Forstbezirke Leipzig und Chemnitz, der Nationalpark Sächsische Schweiz und Privatwälder in der Oberlausitz. Wer in seinem Privatgarten einen befallenen Baum hat, dem rät Otto, den Baum zu fällen. Das Totholz können Privatleute zur Deponie bringen, häckseln oder - wo es erlaubt ist - verbrennen. Auf keinen Fall sollte man das Holz im Garten stapeln; denn dort überleben die Käfer und können weitere Bäume befallen.