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Sorge um Kindeswohl: Mehr Verdachtsfälle in Sachsen

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In Sachsen nehmen die Verdachts­fälle auf Kindes­wohl­ge­fähr­dung zu. 5826 Mal hätten die Jugend­ämter im vergan­genen Jahr Verfahren zur Prüfung einge­leitet, teilte das Statis­ti­sche Landesamt am Mittwoch in Kamenz mit. Das waren 168 mehr als im Vorjahr. In fast jedem fünften Fall sei eine eindeu­tige, akute Kindes­wohl­ge­fähr­dung festge­sellt worden. 1569 Mal hätten Experten so etwas nicht ausschließen können. In mehr als der Hälfte der Fälle, in denen gar keine Gefähr­dung habe festge­stellt werden können, habe es weiteren Hilfe- und Unter­stüt­zungs­be­darf gegeben.Rund ein Viertel der betrof­fenen Kinder war den Angaben zufolge unter drei Jahre alt. In über 2000 Fällen habe es Anzei­chen von Vernach­läs­si­gungen gegeben. Auch psychi­sche und physi­sche Misshand­lungen seien festge­stellt worden, zudem 88 Mal sexueller Missbrauch.Die kinder- und jugend­po­li­ti­sche Sprecherin der Fraktion der Linken, Janina Pfau, zeigte sich schockiert. Den negativen Trend gebe es schon seit Jahren. Ziel müsse es sein, dass es gar nicht erst zu Vernach­läs­si­gungen und Gewalt an Kindern komme und dass bei Gefähr­dung frühzeitig gehan­delt werde.(DPA)