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Entwarnung - keine Fliegerbombe in Chemnitz

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Im Fall der möglichen Fliegerbombe in Chemnitz hat die Stadt Entwarnung gegeben. Bei dem verdächtigen Gegenstand auf einer Baustelle an der Jakobstraße handelt es sich um eine alte Wasserleitung, die nicht in den Schachtunterlagen eingezeichnet war. Der Kampfmittelbeseitigungsdienst hatte sich in den frühen Morgenstunden langsam an die Fundstelle herangearbeitet. Dabei wurde mit äußerster Vorsicht vorgegangen.

Chemnitz ist damit um die größte Evakuierung der Nachkriegszeit wegen einer möglichen Bombenentschärfung herumgekommen. In der vorigen Woche war auf der Baustelle in vier Metern Tiefe ein verdächtiger Gegenstand entdeckt worden.

Hätte es sich bei dem metallischen Gegenstand tatsächlich um einen Blindgänger gehandelt, wäre am Sonntag von 8.00 Uhr morgens an mit der Evakuierung von drei Stadtteilen begonnen worden. Rund 22.000 Menschen wären betroffen gewesen. Eingeschlossen in den geplanten Sperrkreis sind unter anderem 11 Schulen, 22 Kitas und 19 Pflegeeinrichtungen.

Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig dankte allen Beteiligten für die Vorbereitung und den Bürgerinnen und Bürgern für das Verständnis. „Von der Feuerwehr und der Polizei über alle beteiligten Hilfsorganisationen und Bus- und Bahnunternehmen waren alle soweit wie möglich auf den Fall einer Räumung des Gebietes vorbereitet. Dies war ein großer Aufwand. Wir sind alle gemeinsam erleichtert, dass jetzt keine Bombe gefunden wurde und wir diese umfangreichen Pläne nicht umsetzen müssen. Den Bürgerinnen und Bürgern danke ich für ihr großes Verständnis, dass wir sie bereits im Vorfeld auf diese mögliche Situation vorbereitet haben.“

Über die aktuelle Entwicklung informieren wir in unserem Ticker:

Sonntag, 14. Juni

06:39 Uhr Bauarbeiten für Schule können starten

Nach der Entwarnung können auf der Baustelle an der Jakobstraße die eigentlichen Bauarbeiten beginnen. Auf dem Gelände will die Stadt eine neue Grundschule für den Chemnitzer Sonnenberg bauen. Der Zeitplan ist äußert sportlich: schon nächstes Jahr im Oktober soll die Schule bezugsfertig sein. In ihr werden künftig acht Klassen unterrichtet.

Daneben will die Stadt auch eine neue Zweifeld-Turnhalle bauen. Diese kann dann auch von Vereinen und der benachbarten Kita mitgenutzt werden.

6:30 Uhr Erleichterung bei den Einsatzkräften

Das Loch wird wieder zugeschüttet, alle Einsatzkräfte sind erleichtert. Pflegebedürftige Anwohner, die gestern schon evakuiert wurden, können nun in die Einrichtungen zurückgebracht werden.

06:06 Uhr Entwarnung - keine Fliegerbombe!

Entwarnung auf dem Sonnenberg: der Verdächtige Gegenstand auf der Baustelle war lauft Stadt eine alte Wasserleitung, die nirgends eingetragen war. Eine Evakuierung ist nicht notwendig.

#evacc1406 Entwarnumg auf dem Sonnenberg: der Verdächtige Gegenstand auf der Baustelle war eine alte Wasserleitung, die nirgends eingetragen war. Eine Evakuierung ist nicht notwendig. pic.twitter.com/PCwGCLdLcs

— Stadt Chemnitz (@Stadt_Chemnitz) June 14, 2020

05:30 Uhr Gespanntes Warten an der Jakobstraße

Heute Morgen entscheidet sich, ob rund 22.000 Chemnitzer ihre Wohnungen wegen der Entschärfung einer Fliegerbombe verlassen müssen. In den Nachtstunden hat sich der Kampfmittelbeseitigungsdienst langsam an den verdächtigen Gegenstand an der Jakobstraße herangearbeitet, die Arbeiten laufen noch. Dann wird die Aussage der Experten erwartet. Davon hängt ab, ob der Evakuierungsplan der Stadt in Kraft tritt oder nicht. Handelt es sich um eine Bombe, muss ein Sperrkreis von einem Kilometer eingerichtet werden.

Samstag, 13. Juni

17:21 Uhr Letzte Vorbereitungen für Grabungsarbeiten

Heute Nacht wird damit begonnen, die mögliche Weltkriegsbombe auf dem Sonnenberg frei zu graben. Der verdächtige Gegenstand liegt etwa vier Meter tief in der Erde. Zuerst tastet sich ein Bagger vorsichtig an die Fundsteelle, die letzten Meter werden dann mit der Hand geschachtet. Liegt das Objekt frei, kann der Kampfmittelbeseitigungsdienst klären, um was es sich handelt.

Erst im Ernstfall wird morgen früh ab 8 Uhr mit der Evakuierung begonnen. Laut Stadt ist damit zu rechnen, dass spätestens ab 9 Uhr die betroffenen Straßen gesperrt sind. Den Sperrkreis räumen die Einsatzkräfte dann von innen nach außen. Dabei kontrollieren sie auch, ob alle Anwohner ihre Wohnungen und Häuser verlassen haben.

11:16 Uhr Erste vorsorgliche Evakuierung

Wegen des möglichen Bombenfunds auf dem Sonnenberg werden bereits heute die ersten Anwohner vorsorglich evakuiert. Wie uns Sven Schulze vom Führungsstab sagte, betrifft das Patienten und Bewohner von Pflegeheimen, die liegend transportiert werden müssen. Sie werden vorübergehend im Klinikum untergebracht. Damit wolle man Zeit sparen, falls es morgen früh tatsächlich zu einer Evakuierung kommt.

Informationen zur möglichen Evakuierung am Sonntag (14.6.), was ihr alles mitnehmen und wie ihr eure Wohnung verlassen solltet, findet ihr auf unserer Internetseite: https://t.co/rHxtiKSwHt
Infos in anderen Sprachen: https://t.co/LmJa2c9S8c#evakc1406pic.twitter.com/bU12K5aBqH

— Stadt Chemnitz (@Stadt_Chemnitz) June 12, 2020

Freitag, 12. Juni

17:30 Uhr Hauptbahnhof wird am Sonntag für Zugverkehr gesperrt

Weil der Hauptbahnhof im möglichen Sperrkreis liegt, hat die Mitteldeutsche Regiobahn vorsorglich einen Sonderfahrplan für Sonntag aufgestellt. Demnach wird der Zugverkehr in diesem Bereich unterbrochen, stattdessen fahren Busse im Schienenersatzverkehr. Mehr Infos dazu gibt es hier.

11:14 Uhr Chemnitzer bereiten sich auf Evakuierung vor

Tausende Chemnitzer bereiten sich schon jetzt auf eine mögliche Evakuierung vor. Damit alles reibungslos läuft, hat die Stadt Handzettel in mehreren Sprachen drucken lassen. Auch 19 Pflegeeinrichtungen liegen in dem Sperrkreis, die Bewohner werden vorsorglich schon in Ausweichquartieren untergebracht. Außerdem werden Medikamente, Getränke und Lebensmittel verladen, um im Ernstfall gewappnet zu sein.

Aus gegebenem Anlass zur Evakuierung: Bitte habt keine Sorge. Die Einsatzkräfte sind auf solche Evakuierungen vorbereitet. Wohnungen werden nicht unnötig aufgebrochen. Falls ihr eure Wohnung bereits verlassen habt, hinterlasst einen Zettel an der Tür. #evakc1406

— Stadt Chemnitz (@Stadt_Chemnitz) June 12, 2020

Vielen Chemnitzer*innen steht ein außergewöhnlicher Sonntag bevor. Dazu hier noch einmal die mehrsprachigen Hinweise der Stadt Chemnitz. Falls eine Evakuierung notwendig wird, hoffen wir auf einen reibungslosen Ablauf für alle Beteiligten. pic.twitter.com/OQP6BVnDg2

— Stadtteilpiloten Chemnitz (@stadtteilpilot) June 12, 2020

Donnerstag, 11. Juni

17:08 Uhr Die Stadt lässt erste Schilder für den Sperrkreis aufstellen

Sollte es zu einer Evakuierung kommen, müssen am Sonntag zahlreiche Straßen gesperrt werden. Dazu trifft das Tiefbauamt heute schon die ersten Vorkehrungen.

16:45 Uhr Citybahn organisiert Sonderfahrplan

Von der möglichen Evakuierung ist auch die City-Bahn betroffen. Um einen geordneten Verkehr sicherzustellen, fahren die Züge am Sonntag nach Sonderfahrplan. Unabhängig vom Stand der möglichen Entschärfung tritt der Sonderfahrplan ab ca. 7.30 Uhr in Kraft und gilt, bis alle Maßnahmen in der Jakobstraße abgeschlossen ist. Die Sonderfahrpläne sind bereits jetzt auf www.city-bahn.de veröffentlicht.

Mittwoch, 10. Juni

17:00 Uhr Stadt veröffentlicht Liste mit betroffenen Adressen

Eine vorläufige Liste mit Adressen, die von einer möglichen Evakuierung betroffen sein können, gibt es hier.

In unserem Themenstadtplan ist der wahrscheinliche Sperrkreis im Falle einer Evakuierung am Sonntag farblich gekennzeichnet.
Nach Eingabe der Adresse im Suchfeld könnt ihr sehen, ob ihr von einer Evakuierung betroffen sein könnten. #evakc1406https://t.co/tEZEB4cH9lpic.twitter.com/RLwAoLkjWi

— Stadt Chemnitz (@Stadt_Chemnitz) June 10, 2020