Vermisstes Wolfsrudel: Experten geben Entwarnung

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Experten der Sächsischen Fachstelle Wolf geben Entwarnung. Aktuell gebe es keine Hinweise darauf, dass die vermissten Rudel in der Nähe von Rothenburg ins Visier von Jägern geraten seien. Viel mehr wird eine natürliche Ursache für das Verschwinden vermutet. Das sagte uns die Referentin für Öffentlichkeitsarbeit der Fachstelle Wolf Vanessa Ludwig. Territoriale Kämpfe der Tiere untereinander hätten die Reviergrenzen verschoben, so die Begründung.

Wolfschützer waren besorgt. Ein Rudel in der Nähe von Neusorge war angeblich verschwunden. Die Tierschützer hatten eine ungeheure Vermutung: Möglicherweise könnten die Wölfe ins Visier von Jägern geraten sein. Um die Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest zu verhindern, sind in der deutsch-polnischen Grenzregion Wildschweine zum Abschuss freigegeben. Wölfe könnten unfreiwillig zur Zielscheibe werden. 

"Wir vermuten, dass die Tiere illegal im Rahmen der großen Jagdgesellschaften beseitigt wurden", erklärt die erste Vorsitzende des Wolfsschutz-Deutschland e.V., Brigitte Sommer. Auch in der aktuellen Brut- und Setz-Zeit, würde in der Region weiter gejagt. "Die Jäger haben aktuell einen Freibrief insofern, dass man sagt, man bekämpfe die Afrikanische Schweinepest", sagte die Vorsitzende weiter. 

Es war bereits das vierte vermisste Rudel. Im letzten Jahr verschwanden schon Wölfe bei Weißwasser, Neiße und Biehain bei Niesky.

Den vollständigen Bericht des Wolfschutzvereins finden Sie hier.